Anklage will gegen Olmert-Freispruch vorgehen
Gut drei Monate vor der vorgezogenen Wahl in Israel hat die Staatsanwaltschaft Berufung gegen den Freispruch des früheren Regierungschefs und möglichen Kandidaten Ehud Olmert von Korruptionsvorwürfen angekündigt. Das berichtete die Zeitung „Jerusalem Post“ gestern.
Könnte als Kandidat Netanjahu gefährlich werden
Als Spitzenkandidat eines Bündnisses der linken Mitte wäre der 67-Jährige Umfragen zufolge der Einzige, der dem konservativen Amtsinhaber Benjamin Netanjahu gefährlich werden könnte. Olmert hat sich bisher jedoch öffentlich nicht festgelegt. Eine Bestätigung der Staatsanwaltschaft für die Berufungspläne gab es zunächst nicht.
Ein Gericht in Jerusalem hatte Olmert im Juli zwar der Untreue für schuldig befunden, ihn jedoch von schweren Korruptionsvorwürfen freigesprochen. Dass die Ankündigung der Berufung gerade jetzt komme, werde voraussichtlich von vielen als politisch motivierte Entscheidung der Regierung gegen einen aussichtsreichen möglichen Oppositionskandidaten gewertet werden, schrieb die Zeitung.
Olmert musste im September 2008 wegen der Korruptionsvorwürfe zurücktreten, blieb allerdings noch für ein halbes Jahr an der Spitze einer Übergangsregierung. Sein Ausscheiden versetzte dem Friedensprozess mit den Palästinensern einen schweren Rückschlag.
Publiziert am 17.10.2012