Brite soll Journalisten in Syrien entführt haben

Ein 26-jähriger Brite muss sich wegen der mutmaßlichen Verschleppung zweier westlicher Journalisten in Syrien vor der Justiz verantworten.

Dem Mann werde vorgeworfen, „auf illegale und schädliche Weise“ einen britischen und einen niederländischen Fotografen entführt und festgehalten zu haben, teilte Scotland Yard gestern mit.

Festnahme wegen Terrorverdachts

Er soll die Männer „gemeinsam mit anderen“ entführt haben. Der 26-Jährige und eine gleichaltrige Frau waren vor einer Woche auf dem Londoner Flughafen Heathrow nach ihrer Ankunft aus Ägypten wegen Terrorverdachts festgenommen worden. Grund waren der Polizei zufolge Ermittlungen zu einem Aufenthalt in Syrien. Die Frau wurde gestern Nachmittag freigelassen, so die Polizei.

Die beiden Fotografen waren Mitte Juli von einer Gruppe mutmaßlicher militanter Islamisten im Norden Syriens verschleppt worden, als sie die Kämpfe der Aufständischen gegen die Regierungstruppen dokumentierten. Mehr als eine Woche lang wurden sie anschließend in einem Lager gefangen gehalten, bevor sie von Kämpfern der oppositionellen Freien Syrischen Armee befreit wurden.

Anschließend berichteten sie von Todesdrohungen ihrer Kidnapper, denen es darum gegangen sei, „dem syrischen Volk das islamische Recht der Scharia aufzuzwingen“.

Publiziert am 17.10.2012