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Einsätze derzeit mit Grundwehrdienern
Wie auch immer man rechnet, eines steht fest: Ein Berufssoldat kostet im Jahr ein Vielfaches eines Grundwehrdieners, und er ist auch im Katastropheneinsatz um einiges teurer als ein Rekrut. Laut Berechnungen des Ministeriums verursacht ein vierwöchiger Katastropheneinsatz mit 115 Soldaten im jetzigen Mischsystem zusätzliche Personalkosten in Höhe von 237.000 Euro.
Der gleiche Einsatz mit Berufssoldaten würde 552.000 Euro kosten und mit Milizsoldaten 260.000 Euro. Das Ministerium erwartet sich durch Berufssoldaten allerdings auch eine „Qualitätssteigerung“. Hilfe im Katastrophenfall würde mit Profis noch schneller und effizienter passieren, heißt es.
Derzeit großteils Rekruten
Derzeit werden Katastropheneinsätze zu einem großen Teil mit Rekruten bestritten. Das Verhältnis liegt bei 70 Prozent Grundwehrdienern und 30 Prozent Kadersoldaten. Das war zuletzt auch beim fast dreimonatigen Einsatz in den obersteirischen Hochwassergebieten der Fall. Von den mehr als 700 eingesetzten Soldaten waren fast 500 Grundwehrdiener.
Berufssoldaten sind im Einsatz (ob Katastrophen-, Assistenz- oder Auslandseinsatz) teurer, weil sie zusätzlich zu ihrem Gehalt unterschiedlich hohe Einsatzgebühren erhalten, mit denen Überstunden sowie etwaige Gefahren- oder Risikozulagen abgegolten werden.
Rekruten mit Abstand am billigsten
Rekruten sind freilich auch ohne Einsätze billiger als Berufssoldaten. Ein Grundwehrdiener kostet im Schnitt 10.000 Euro im Jahr. Funktionssoldaten, sogenannte Systemerhalter, kosten dabei weniger als die Hälfte (rund 6.000 Euro) von Kampfsoldaten (14.000 Euro). Die rund 22.000 bis 24.000 Rekruten, die das Bundesheer pro Jahr ausbildet, verursachen daher insgesamt Kosten von 213 Mio. Euro. Wobei in dieser Rechnung auch Verpflegung und Ausbildungskosten berücksichtigt sind.
Rechnet man nur die im Budget explizit auf Grundwehrdiener bezogenen Kosten, kommt man auf etwa 3.000 Euro pro Mann im Jahr. Berufssoldaten dagegen verdienen je nach Dienstgrad, Dienstjahren und Ausbildung zwischen 30.000 und 100.000 Euro im Jahr und das ohne Berücksichtigung allfälliger Ausbildungskosten.
So verdient etwa ein Wachtmeister im fünften Dienstjahr rund 1.600 Euro im Monat, ein Leutnant im sechsten Dienstjahr 2.200 und ein Oberstleutnant im 20. Dienstjahr 3.300 Euro. Verglichen mit den deutschen Berufssoldaten verdienen die Österreicher im Übrigen weniger. Während ein deutscher Feldwebel 2.000 Euro bekommt, sind es bei einem österreichischen Oberwachtmeister nur 1.750. Der deutsche Leutnant bekommt 2.400, der österreichische nur 2.200, der deutsche Hauptmann 3.100, der österreichische 2.800.
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Publiziert am 21.10.2012