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Rückgang vor allem in Südeuropa

Die Schuldenkrise verleidet den Europäern offenbar das Rauchen. Der Marlboro-Hersteller Philip Morris International (PMI) verzeichnet in der EU im dritten Quartal ein Minus. Der Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum ging auf um Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar (1,7 Mrd. Euro) zurück, wie das Unternehmen am Donnerstag in New York mitteilte.

Philip Morris lieferte zuletzt 8,1 Prozent weniger Zigaretten in der EU aus. Vor allem Italiener, Franzosen, Portugiesen und Spanier hielten sich zurück. Auch in Deutschland schrumpfte der Markt nach Firmenangaben leicht. Der Konzern selbst nannte als Gründe neben der schwierigen wirtschaftlichen Lage in den südeuropäischen Ländern vor allem höhere Steuern sowie den florierenden Schwarzmarkt.

Frankreich dreht an der Preisschraube

Allein in Frankreich wurde im vierten Jahr in Folge der staatlich regulierte Preis für Zigaretten um rund sechs Prozent angehoben. Ab Oktober stieg der Preis für eine Schachtel Zigaretten damit um 40 Cent. Eine Schachtel Zigaretten kostet dann zwischen 6,10 Euro und 6,60 Euro. „Ein Preisanstieg wird von Experten als wirkungsvollstes Mittel angesehen, um den Tabakkonsum zu senken, insbesondere bei Jugendlichen“, erklärte Haushaltsminister Jerome Cahuzac bei der Präsentation im September.

Mehr Interesse an selbstgedrehten Zigaretten

Ganz verzichten wollen Raucher aber trotz hoher Preise nicht auf ihre Zigaretten. Daher suchen sie verstärkt nach günstigeren Alternativen. So stieg in Deutschland der Verbrauch von billigerem Drehtabak zuletzt stark. „Das Preisbewusstsein bei den Kunden wird immer ausgeprägter“, bestätigt auch der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Rauchtabakindustrie (VdR), Franz Peter Marx.

Das hat auch das Interesse der großen Konzerne wie Philipp Morris, Reemtsma und British American Tobacco für den Markt mit losem Tabak geweckt. Durch mehr Werbung und neue Produkte werden Kunden verstärkt auf Feinschnitte aufmerksam gemacht.

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