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Schwere Zeiten bei Arbeitssuche

Die Arbeitslosigkeit wird auch in Österreich weiter steigen, erwarten Wirtschaftsforscher. Vor allem Jugendliche, Ausländer und Menschen über 50 werden es in nächster Zeit auf dem Arbeitsmarkt schwer haben, so der Arbeitsmarktexperte vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO), Helmut Mahringer, im Ö1-Morgenjournal Anfang März.

Die Konjunkturaussichten sind schlecht, auf den Arbeitsmarkt wirkt sich das meist erst mit einer gewissen Verzögerung aus. Aber dennoch sei klar, dass man sich für heuer und das kommende Jahr auf steigende Arbeitslosigkeit einstellen müsse, sagt Mahringer. Und da werde es vor allem wieder Leiharbeitskräfte, ausländische Arbeitskräfte und Jugendliche treffen. Zwar ist in Österreich die Jugendarbeitslosigkeit bei weitem nicht so hoch wie in Spanien - da liegt sie bei 54 Prozent, aber sie ist mit zehn Prozent immer noch deutlich höher als die durchschnittliche Arbeitslosigkeit in Österreich.

6,7 Prozent Arbeitslosigkeit im Oktober

Die aktuellen Zahlen spiegeln diese Tendenz wider. Im Oktober waren in Österreich 249.912 Menschen arbeitslos gemeldet - um 14.906 (6,3 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. Zugleich ist die Zahl der Menschen in Schulungen um 11,5 Prozent oder 7.520 Betroffene auf 72.893 gestiegen, teilte das Sozialministerium am Freitag mit. Damit waren 322.805 Menschen ohne Job, um 7,5 Prozent (22.426) mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition ist damit um 0,3 Punkte auf 6,7 Prozent gestiegen.

Es hapert teils an den „Grundfertigkeiten“

„Wenn weniger Jobs neu besetzt werden, leiden Jugendliche besonders darunter“, so Mahringer weiter. Österreichs Jugendliche seien dabei nicht generell schlecht ausgebildet, aber der Anteil derer, die keine weitere Ausbildung nach der Grundschule machen, sei relativ groß. „Und wir haben einen nicht zu vernachlässigenden Teil an Jugendlichen, die nach der Pflichtschule nicht über Grundfertigkeiten verfügen, die notwendig sind, um eine weiterführende Ausbildung zu machen“, so Mahringer.

Ausländische Arbeitskräfte seien schon in den vergangenen Monaten stärker von Arbeitslosigkeit betroffen gewesen als inländische. Und das werde wohl auch so bleiben, so Mahringer. Denn ausländische Arbeitskräfte hätten eine „Pufferfunktion in den externen Segmenten des Arbeitsmarktes“, gehörten also nicht so sehr zu den Stammbelegschaften.

Jobsuche immer schwieriger ab 50

Für ältere Menschen - als solche definiert man auf dem Arbeitsmarkt bereits Menschen über 50 - sieht es ebenfalls nicht rosig aus. „Ältere Arbeitnehmer haben verhältnismäßig sichere Jobs, wenn sie in Beschäftigung sind. Wenn sie die Beschäftigung verlieren, finden sie aber vergleichsweise schwer in den Arbeitsmarkt zurück“, so Mahringer. Wer also durch die eigene Gesundheit eingeschränkt ist, mehr Einkommen erwartet als geboten wird und eventuell Qualifikationen hat, die nicht mehr auf dem neuesten Stand sind, tut sich dementsprechend schwer, wieder einen Arbeitsplatz zu finden - mehr dazu in oe1.ORF.at.

Das sei vor allem ein Problem, wenn der Anstieg der Arbeitslosigkeit stark ist. Dann gebe es mehr Langzeitarbeitslose - und die Auswahl wird härter. „Es wird aus dem Pool der Arbeitslosen selektiert, es werden die fittesten Arbeitskräfte rasch wieder Jobs finden. Und es bleiben Arbeitslose zurück, die Vermittlungshindernisse wir beispielsweise gesundheitliche Probleme haben.“

„Kommt in zehn Jahren zu tragen“

Vorerst wird sich die Situation wohl nicht so schnell entspannen, ist Mahringer überzeugt. Die zu erwartende schwache Konjunkturentwicklung in diesem und dem nächsten Jahr werde sicher zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen. Die demografische Entlastung durch den Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung sei in dieser Phase noch nicht zu spüren. „Das kommt erst in zehn Jahren stärker zu tragen.“ Der Arbeitsmarkt sei aber ohnehin ständig in Bewegung. Auch in Krisenzeiten gebe es gute Chancen, einen Job zu finden. Besonders empfehlenswert laut Mahringer: technische und naturwissenschaftliche Berufe und der Gesundheitsbereich.

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Publiziert am 02.11.2012