Immoaffäre in russischem Verteidigungsministerium

Das russische Verteidigungsministerium wird von einer Affäre um veruntreute Immobilien erschüttert. Eine ehemalige Mitarbeiterin von Ex-Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow wurde angeklagt und unter Hausarrest gestellt, wie ein Sprecher des Ermittlungskomitees gestern der Nachrichtenagentur Interfax sagte.

Ermittler hätten zudem 18 Villen nahe der Hauptstadt Moskau durchsucht, in denen Serdjukow und die Angeklagte verkehrt seien. Die vormals von ihr geleitete Immobilienverwaltung des Ministeriums soll rechtswidrig ministeriumseigene Gebäude verkauft haben.

Geliebte von Ex-Minister?

Der Angeklagten, der von Zeitungen eine Liebschaft mit Serdjukow nachgesagt wird, drohen sechs Jahre Haft. Durch die Verkäufe habe sie gemeinsam mit anderen Beteiligten insgesamt 360 Millionen Rubel (8,97 Mio. Euro) veruntreut, erklärte das Ermittlungskomitee. Bereits in der vergangenen Woche waren zwei Verdächtige festgenommen worden.

Ende Oktober hatten mehrere Untersuchungsverfahren gegen die Immobilienverwaltung begonnen, kurz darauf entließ Präsident Wladimir Putin Serdjukow. Damals hieß es, der Skandal belaufe sich auf insgesamt etwa 100 Millionen Dollar. Gegen Serdjukow wurde bisher nicht ermittelt. Vergangene Woche hatte Putin gesagt, für den Ex-Minister gelte die Unschuldsvermutung. Er habe inzwischen eine andere Stelle gefunden.