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Viele Begriffe mit kleinen Unterschieden

Wenn am selben Tag in der Früh ein Meteorit auf der Erde einschlägt oder in der Atmosphäre verglüht und am Abend ein Asteroid ganz nahe an dem Planeten vorbeirast, fragen sich viele, was denn der Unterschied ist. Im Folgenden eine Begriffserklärung:

Der Unterschied zwischen Asteroid und Komet ist nicht ganz klar abgegrenzt - sie haben aber meist ein ganz anderes Erscheinungsbild: Während Asteroiden - wenn überhaupt - als kleine, schwache Lichtpunkte zu sehen sind, treten Kometen in Sonnennähe meist mit einem langen Schweif in Erscheinung. Doch sind sie eng verwandt und entstanden beide in der Frühzeit des Sonnensystems, als sich der ursprüngliche Staub zu Himmelskörpern zusammenballte, die einige Meter bis Kilometer Durchmesser hatten.

Unterschied liegt im Ursprungsort

Man nennt diese Objekte „Planetesimale“, aus ihnen entstanden die Planeten. Nicht alle davon wurden aber zu Planeten, der Rest umkreist weiterhin die Sonne. Was heute als Komet und Asteroid bezeichnet wird, unterscheidet sich vor allem durch seinen Entstehungsort: In Sonnennähe verdampften flüchtige Substanzen, die Objekte formten sich zu Kleinplaneten oder Planetoiden, die auch Asteroide genannt werden. Rund 600.000 davon sind heute bekannt, tatsächlich dürften es aber Millionen solcher Objekte sein. Der Großteil davon befindet sich im Asteroidengürtel zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter.

Kometenschweif entsteht durch Staub

In größerer Entfernung zum Zentralgestirn konnten die „Planetesimale“ auch Eis enthalten. Aus ihnen wurden die Kometen, sie werden heute oft auch als „schmutzige Schneebälle“ bezeichnet. Üblicherweise finden sich die Kometen in den äußeren Regionen des Sonnensystems, ab und zu bewegt sich ein solches Objekt aber auf einer Bahn, die es in Sonnennähe bringt. Das Eis verdampft dann, reißt Staub mit, es entsteht der lange Kometenschweif. Kometen hinterlassen also eine Spur winziger Staubpartikel auf ihrer Bahn. Kreuzt die Erde eine solche Spur, entstehen Meteorströme wie die Perseiden alljährlich Mitte August, die oft reiche Sternschnuppennächte bescheren.

Meteoroid, Meteorit

Als Meteoroiden werden Objekte bezeichnet, die größer als interplanetare Staubkörner und kleiner als Asteroiden sind. Treten solche Meteoroiden in die Erdatmosphäre ein, so erzeugen sie durch Wechselwirkung mit den Luftteilchen eine Leuchterscheinung, die wiederum Meteor oder volkstümlich Sternschnuppe genannt wird. Besonders helle derartige Erscheinungen nennen sich Feuerkugel oder Bolide. Verglüht der Meteoroid nicht vollständig in der Erdatmosphäre und erreicht die Erdoberfläche, wird er Meteorit genannt.

Meteoriteneinschläge gelten seit jeher als mysteriöse Ereignisse, deren Folgen allerdings auch heute noch häufig überbewertet werden - vermutlich auch deswegen, weil als plausibelste These für das Aussterben der Dinosaurier ein Meteoriteneinschlag vor 65 Millionen Jahren auf der Yucatan-Halbinsel in Mexiko gilt. Schon 315 Millionen Jahre zuvor hatte ein Meteoriteneinschlag neueren Erkenntnissen zufolge ein Massensterben unter Fischen und anderen Lebewesen jener Zeit ausgelöst.

Keine Todesopfer

In der Neuzeit hatten Meteoriten allerdings keine so drastischen Folgen: Bisher gibt es keine gesicherten Berichte, dass ein Mensch je durch den Einschlag eines Himmelskörpers getötet worden wäre. Berichte, wonach im Jahr 2007 in Indien drei Menschen bei einer mysteriösen Explosion auf einem offenen Feld einem Meteoriten zum Opfer gefallen seien, konnten die Behörden nicht bestätigen. Einziges nachgewiesenes Todesopfer bleibt damit ein Hund, der 1911 in Ägypten von einem Marsmeteoriten erschlagen wurde.