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Stärker motiviert als SPÖ

Es war das erklärte Ziel der Opposition, der niederösterreichischen ÖVP und ihrem Landeshauptmann Erwin Pröll die absolute Mehrheit wegzunehmen. Doch es trat das Gegenteil ein: Pröll nahm die Kampfansage an und verstand es, diese für sich selbst zu nutzen.

Die Wählerstromanalyse zeigt, dass die ÖVP bei der Wahl am Sonntag bei SPÖ und FPÖ kräftig Stimmen fischen konnte: Mit 22.000 Stimmen konnte die Volkspartei die meisten von den Freiheitlichen gewinnen, dazu gaben 13.000 SPÖ-Wähler des Jahres 2008 der ÖVP ihre Stimme. Zudem gelang es der ÖVP am besten, ihre Wähler zu mobilisieren: 83 Prozent jener, die 2008 ÖVP gewählt hatten, taten das auch am Sonntag wieder.

Die niederösterreichischen Wähler sind großteils zufrieden mit der Situation ihres Bundeslandes, geht aus der Wahltagsbefragung hervor. Das habe dem Amtsinhaber Pröll geholfen, so Politikwissenschaftler Peter Filzmaier im ORF-Radio. Filzmaier betont, dass die ÖVP-Kampagne, die mit Slogans wie „Mensch.Pröll“ ganz auf den Landeshauptmann setzte, weitgehend den Nerv traf: „Die Wahlmotive der ÖVP-Wähler lesen sich wie die Plakate der ÖVP Niederösterreich.“ Pröll werde als bester Spitzenkandidat gesehen, auch die Begriffe Stabilität, Klarheit und „absolute Mehrheit halten“ seien bei ÖVP-Wählern als Wahlmotive stark vertreten gewesen - mehr dazu in oe1.ORF.at.

Viele SPÖ-Wähler blieben zu Hause

Die niederösterreichischen Sozialdemokraten konnten zwar 70 Prozent ihrer Wähler von der letzten Landtagswahl wieder mobilisieren, erlitten jedoch den größten Verlust an die Nichtwähler: 38.000 Wähler von 2008 gingen dieses Mal nicht zu den Urnen, das sind immerhin 15 Prozent. Auch SPÖ-Spitzenkandidat Josef Leitner sprach von einem „unerfreulichen Ergebnis“. Er zog Montagvormittag die Konsequenz aus dem historisch schlechtesten Ergebnis der Sozialdemokratie in Niederösterreich und trat zurück.

Wahlgrafik

SORA/ORF

FPÖ hat die meisten Wechselwähler

Nur 43 Prozent der FPÖ-Wähler wählten auch diesmal die Freiheitlichen. Der Vorteil vergangener Wahlgänge - dass die Partei den höchsten Anteil an Wechselwählern hat - verwandelte sich diesmal in einen großen Nachteil. Zu denken geben dürfte dabei der FPÖ insbesondere, dass sie mehr Stimmen an die ÖVP verlor (21 Prozent) als an das Team Stronach (TS) (19 Prozent) - nun ist auch die Zukunft von Parteichefin Barbara Rosenkranz offen - mehr dazu in „Alles ist möglich“ (noe.ORF.at).

Die Grünen überzeugten bei dieser Wahl 63 Prozent der Unterstützer von 2008 wieder für sich. 17.000 Stimmen konnte die Partei von Spitzenkandidatin Madeleine Petrovic von der ÖVP gewinnen, 10.000 weitere von den Nichtwählern, an die im Gegenzug 14.000 Stimmen verloren gingen - mehr dazu in Grüne machen kleinen Sprung (noe.ORF.at).

TS Nummer eins bei Nichtwählern

Das TS konnte bei seinem ersten Antreten in Niederösterreich mehr als ein Drittel (39 Prozent) der Nichtwähler von 2008 für sich gewinnen. 21 Prozent der TS-Wähler stammen von der FPÖ, 18 Prozent von der ÖVP, 14 Prozent von der SPÖ und fünf Prozent von den Grünen. Landesrat soll Ernest Gabmann jr. werden - mehr dazu in TS zieht in Landesregierung ein (noe.ORF.at).

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