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Berater Dobernig, Bundesrat Dörfler

Eine Zusammenführung der FPK mit der FPÖ Kärnten soll noch vor der Nationalratswahl stattfinden. Das teilte FPK-Chef Christian Ragger am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien mit. Mitgeholfen beim Entscheidungsfindungsprozess hatte FPÖ-Bundeschef Heinz-Christian Strache. Die Details der laut Eigendefinition „ehrlichen Erneuerung“ sprechen für sich.

Die derzeit von der FPK unabhängige FPÖ Kärnten wird schrittweise mehr Gewicht bei den Kärntner Freiheitlichen bekommen. Und die alte FPK-Garde um Ex-Landeshauptmann Gerhard Dörfler und Ex-Landesrat Harald Dobernig tritt ins politische Abseits oder Aus.

Leyroutz als Klubobmann

FPÖ-Kärnten-Parteichef und Anwalt Christian Leyroutz soll wiederum Klubobmann der sechsköpfigen Fraktion werden, kündigte Strache an. Die Zusammenführung der FPK und der Kärntner FPÖ soll auf einem Wiedervereinigungsparteitag vor der Nationalratswahl besiegelt werden.

 FPÖ Kärnten-Landesobmann Christian Leyroutz

APA/Herbert Pfarrhofer

„Jüngerer Mandatar“: FPÖ-Kärnten-Chef Leyroutz rückt auf Dörflers Mandat

Dass ein drohender Verlust der Klubstärke für die FPK abgewendet werden konnte, sei Ergebnis vieler Gespräche, betonte Strache, der gemeinsam mit Ragger, Leyroutz und FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl in Wien Geschlossenheit demonstrierte.

„Der Kurt Scheuch spielt keine Rolle“

Erster Schritt dieser „ehrlichen und nachhaltigen Erneuerung“ sei der Rückzug von Kurt Scheuch gewesen, der sich lediglich auf die Basisarbeit in seinem Bezirk Spittal beschränken werde. „Der Kurt Scheuch wird keine Rolle spielen“, sagte Ragger. Auch den Mandatsverzicht Dobernigs lobte Strache. Dobernig werde sich in die Privatwirtschaft zurückziehen, dafür der Partei aber via Werkvertrag als wirtschaftlicher Berater zur Seite stehen.

„Nichts ist gratis“

Eine fixe Anstellung werde es nicht geben, allerdings sei heutzutage auch nichts gratis, betonte der FPÖ-Chef. Dass Hannes Anton sein Mandat annimmt, sei von der Partei so gewollt, betonte Ragger. Dörfler wird in den Bundesrat wechseln, ein Gremium, das er noch 2012 als „verlängerte Werkbank der Parteien“ bezeichnete, dessen Abschaffung er seit längerem gefordert habe.

Strache kommentierte Dörflers Wechsel am Dienstag so: „Auf seine Erfahrung will ich nicht verzichten.“ Dass ausgerechnet Dörfler seit jeher kritisch gegenüber dieser Institution eingestellt war, sei kein Problem: „Solange der Bundesrat nicht abgeschafft ist, ist es wichtig, dass die Verantwortung in der Länderkammer gelebt wird.“

„Ein Optimierungsposten“

Um einen „Versorgungsposten“ für den scheidenden Landeshauptmann handle es sich jedenfalls nicht, sondern eher um einen „Optimierungsposten“, so Kickl. Durch Dörflers Verzicht sei nun der Platz im Landtag für einen „jüngeren Mandatar“ frei, so Strache. Den soll FPÖ-Kärnten-Chef Leyroutz, Jahrgang 1970, einnehmen.

Eine gänzliche Wiedervereinigung der zwei Kärntner freiheitlichen Parteien dürfte demnach bald anstehen, derzeit werde noch die Rechtslage geprüft. Ragger verwies darauf, dass die Stimmung unter den Funktionären „zu 80 Prozent“ dafür stehe. Ein „Wiedervereinigungsparteitag“ könnte demnach bereits vor der Nationalratswahl über die Bühne gehen. Ragger: „Am Ende des Tages wird es die FPÖ Kärnten geben.“

Der Sonderfall und das Gesamtprojekt

Strache betonte seine eigene Rolle bei der Krisenbewältigung: die als „Mediator“. „Natürlich ist Kärnten ein Sonderfall, man kann aber nicht so tun, als wäre Kärnten losgelöst vom freiheitlichen Gesamtprojekt“, rechtfertigte er den Beitrag aus Wien. „Unser Obmann hat eine riesige Führungsqualität. Diese Führungsqualität ist die Zusammenführungsqualität“, kommentierte Kickl. Auf ihrer Website nennt sich die FPÖ Kärnten die „soziale Heimatpartei“. Offenkundig werden auch verdiente Altmitglieder aus der Schwesterpartei ins soziale Herz eingeschlossen.

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