Themenüberblick

Mobilisierung von über 60-Jährigen

Die Wahlbeteiligung bei der Tiroler Landtagswahl am Sonntag war historisch niedrig. Schaut man auf die Wahltagsbefragung, dann zeigt sich, dass der Wahlsieger ÖVP vor allem die älteren Wähler hinter sich vereinen konnte. Sie waren mobilisierbarer als die Jüngeren. Deutlich wird auch: Ohne Frauen ist keine Wahl zu gewinnen.

Bei ÖVP, SPÖ, Grünen und vorwärts Tirol war der Anteil der Wählerinnen deutlich höher als jener der Wähler. Die Wahltagsbefragung der Institute ISA und SORA im Auftrag des ORF zeigt: 39 Prozent der Männer, die eine gültige Stimme abgaben, stimmten für die ÖVP. Bei den Frauen waren es 41 Prozent. Bei der SPÖ geht das Verhältnis Männer zu Frauen auch zugunsten der Frauen aus - mit 12:14.

Niedrige Wahlbeteiligung

2008 lag die Wahlbeteiligung bei der Tiroler Landtagswahl bei 65,8 Prozent. 2013 gingen nur noch 60,1 Prozent (inkl. Briefwahlstimmen) der wahlberechtigten Tirolerinnen und Tiroler zur Wahl.

15 Prozent der Wählerinnen stimmten für die Grünen. Bei den Männern waren es vergleichsweise magere acht Prozent. Auch die Liste vorwärts Tirol hatte einen höheren Frauen- als Männeranteil in ihrem Stimmenbouquet. Deutlich männlich hingegen die Liste Fritz, die FPÖ (hier fiel das Verhältnis Männer zu Frauen am deutlichsten zugunsten der Männer aus), die Liste Gurgiser und das Team Stronach.

Wahltagsbefragung: Wahl nach Geschlecht

ORF.at

Volkspartei punktet bei „60 plus“

Schaut man auf das Wahlalter, dann punktete die ÖVP am stärksten in der Gruppe der über 60-Jährigen. 53 Prozent der Wählerinnen und Wähler im Sample „60 plus“ stimmten für die Volkspartei. Ähnlich „alt“ erscheint die SPÖ, die in diesem Segment mit 16 Prozent ihre stärkste Wählergruppe hatte. Auch vorwärts Tirol zeigte sich mit einer Tendenz zu „60 plus“.

Die Grünen haben wiederum ihre meisten Wählerinnen und Wähler in der Altersgruppe bis 30. 20 Prozent der Wähler in dieser Altersklasse stimmten für Grün, mehr waren es nur bei der Volkspartei mit 26 Prozent. Auch bei der FPÖ und der Liste Gurgiser sind die meisten Wähler jünger als 30 - hier sind es tendenziell mehr Männer, während bei den Grünen die jungen Frauen zu Hause sind. Das Team Stronach (TS), das etwa in Niederösterreich noch bei den jungen Männern punkten konnte, blieb in Tirol in dieser Altersgruppe klar hinter dem Potenzial zurück. Die meisten Stimmen hatte das TS im Bereich 30 bis 59 Jahre.

Wahltagsbefragung: Wahlverhalten nach Alter

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Keine Persönlichkeitenwahl

Die Frage des Landeshauptmanns war bei der Tirol-Wahl keine Kardinalsfrage, wie die Wahltagsbefragung zeigt. Nur 33 Prozent der Wählerinnen und Wähler würden Günther Platter zum Landeshauptmann wählen, wenn das möglich wäre. Alle weiteren Kandidaten liegen aber in dieser Frage bestenfalls unter „ferner liefen“.

Wahltagsbefragung: Landeshauptmann-Direktwahl

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Wie punkteten die Parteien bei ihren Wählern?

Bei den Wahlmotiven zeigt sich laut der ISA-SORA-Wahltagsbefragung, dass die ÖVP-Wähler deutlich für den Aspekt Regierungsführung und Stabilität stimmten.

Wahltagsbefragung: Entwicklung Tirols

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Die Aussage „Die ÖVP soll in der Regierung bleiben“ war für die Wählerinnen und Wähler der Volkspartei das stärkste Motiv mit 82 Prozent Zustimmung. Dass Platter Landeshauptmann bleiben und die Stabilität gewahrt bleiben soll, fanden 73 bzw. 72 Prozent der ÖVP-Wähler ein wichtiges Motiv. Bei den Grünen war die Frage der Kontrolle neben dem Aspekt „vertritt meine Interessen“ das stärkste Wahlmotiv.

Wahltagsbefragung: Wahlkampfthemen

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72 Prozent der SPÖ-Wähler hatten den Aspekt „vertritt meine Interessen“ als stärkstes Motiv. Dass Gerhard Reheis Landeshauptmann werden solle, war bei den SPÖ-Wählern das zweitstärkste Motiv (66 Prozent). Bei der Liste vorwärts Tirol war das Motiv „frischer Wind“ für 85 Prozent der Wähler das stärkste, weiters, dass die Liste eine Alternative darstelle und in die Regierung solle.

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