Verfassungsschutz: Heimische Kämpfer in Syrien

Österreicher aus extremistischen Zirkeln beteiligen sich laut Peter Gridling, Direktor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, an den Kämpfen in Syrien. Das sagte er gestern gegenüber der APA am Rande einer Fachtagung zum Thema „Islamistischer Terror - eine globale Bedrohung auch für Österreich“. Die genaue Anzahl der Kämpfenden wollte er nicht nennen.

Das Bedrohungspotenzial für Österreich sei derzeit im Vergleich zu den Vorjahren unverändert, stellte er klar. Gridling sieht auch keine Notwendigkeit nach zusätzlichen Befugnissen für die Sicherheitsbehörden in der Terrorbekämpfung. Der Wiener Richter Norbert Gerstberger betonte seinerseits, dass in rechtsstaatlicher Hinsicht „auch Terroristen Rechte haben“ müssten.

„Potenzielle Gefahr“ bei Rückkehr

Beobachtungen des Verfassungsschutzes zufolge gebe es nach wie vor Zulauf zu extremistischen islamistischen Zirkeln in Österreich, sagte Gridling. Syrien sei innerhalb radikalisierter Netzwerke derzeit als „neues Kampfgebiet des Dschihad“ Thema und übe europaweit eine große Anziehungskraft aus, erklärte er.

Die in Syrien kämpfenden Österreicher seien eine „äußerst schwierige Aufgabe“ für die Sicherheitsbehörden hierzulande, da von ihnen bei ihrer Rückkehr nach Österreich eine „potenzielle Gefahr“ ausgehe. Einige seien im syrischen Bürgerkrieg bereits ums Leben gekommen. Sollten Kämpfer nach Österreich zurückkehren, werde man sie unter Beobachtung stellen, sagte Gridling. Eine Deradikalisierung der Kämpfer sei allerdings „äußerst schwierig“.