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Mit Auto in Straßengraben gestürzt

In der Nacht auf Dienstag sind im Bezirk Lilienfeld (Niederösterreich) beim Versuch, einen Mann festzunehmen, zwei Polizisten und ein Sanitäter von Schüssen getroffen worden. Der Täter nahm anschließend vermutlich einen weiteren Polizisten als Geisel, flüchtete und verschanzte sich in einem Haus im Bezirk Melk.

Die Hintergründe der Tat sind unklar, es dürfte aber um die Aufklärung von Wildererfällen gehen. Offenbar dürfte der Mann aber seit längerer Zeit observiert worden sein und sollte in der Nacht auf Dienstag im Bereich Annaberg festgenommen werden. Der etwa 55-Jährige, der mit seinem Auto unterwegs war, konnte vorerst flüchten, geriet dann aber von der Fahrbahn ab und kam in einem Straßengraben zum Stillstand.

Landkarte

APA/ORF.at

Verdächtiger überfiel Polizeistreife

Der Fahrer des Wagens eröffnete laut Niederösterreichs Polizeisprecher Johann Baumschlager das Feuer auf die Cobra-Kräfte. Einer der Polizisten wurde getroffen. Während der Versorgung des Verletzten noch am Tatort durch die Rettung schoss der Mann erneut und traf den Fahrer des Rotkreuz-Wagens. Der zweite Cobra-Polizist wurde ebenfalls verletzt.

Der mutmaßliche Wilderer flüchtete danach zu Fuß. Einige Kilometer weiter, an einer Kreuzung der Bundesstraßen 20 und 28 in Richtung Puchenstuben, stieß der Mann auf einen Streifenwagen, der sich im Zuge einer Alarmfahndung auf einem Kontrollpunkt aufgestellt hatte. Der Mann überfiel die Streife und feuerte wieder. Einer der Beamten, ein Polizist aus dem Bezirk Scheibbs, erlitt einen Treffer. Dessen Kollege wurde vermutlich zur Geisel des Verdächtigen, der mit dem Polizeiauto zu seinem Bauernhof bei der Ortschaft Großpriel bei Melk flüchtete.

Täter gibt immer wieder Schüsse ab

Dort verschanzte sich der nach Angaben des Sprechers mit umfangreicher Munition ausgestattete Mann in seinem auf einer Anhöhe gelegenen Vierkanthof. Rund hundert Polizisten umzingeln seit etwa 7.00 Uhr das Anwesen, die Umgebung wurde großräumig abgesperrt.

Die Polizei bestätigte, dass der Verdächtige immer wieder aus dem Bauernhaus heraus Schüsse abgab. „Er ist offensichtlich schwer bewaffnet“, sagte ein Sprecher. Die Polizei zog auch Angehörige des Verdächtigen bei, die versuchten, ihn auf seinem Handy zu erreichen. Der Polizei dürfte es gelungen sein, Kontakt mit dem Geiselnehmer aufzunehmen.

Bundesheerpanzerfahrzeug angefordert

Das Innenministerium forderte unterdessen am Vormittag vom Verteidigungsministerium Verstärkung an. Es sollen gepanzerte Fahrzeuge bereitgestellt werden, da die Panzerung der Polizeifahrzeuge offenbar nicht ausreicht - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Die Polizei hatte bis zum späten Vormittag eine Informationssperre verhängt, um die mutmaßliche Geisel nicht zu gefährden. Die Sperre war allerdings von mehreren Medien frühzeitig durchbrochen worden. Aus Sicherheitsgründen gibt es auch über die aktuellen Ereignisse nur wenige offizielle Informationen der Sicherheitsbehörden.

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