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Vorbereitung für Graph Search

Das Soziale Netzwerk Facebook schraubt erneut an den Einstellungen zum Schutz persönlicher Daten. In den kommenden Wochen wird die Möglichkeit für Nutzer entfernt, bei der Suche nach Namen im Sozialen Netzwerk nicht direkt auffindbar zu sein. Dieses Feature sei überholt, so Facebook.

Die Möglichkeit, seinen Namen und damit sein Profil bei der Suche nicht aufscheinen zu lassen, habe für Verwirrung gesorgt, so Facebook in einer offiziellen Nachricht auf seiner Unternehmenswebsite Mitte Oktober. Über den direkten Klick auf den Namen in der Timeline eines anderen Nutzers etwa seien auch versteckte Profile auffindbar gewesen. Laut Facebook wurde die Funktion „Wer kann deine Chronik über deinen Namen finden?“ zudem kaum genutzt.

Die Einstellungsmöglichkeit werde in den kommenden Wochen bei allen Profilen entfernt, so Facebook weiter, egal in welcher Sprache die jeweiligen Profile genutzt werden. Das Vorhaben an sich wurde bereits vor einiger Zeit angekündigt, nämlich bei der Einführung der neuen Suchmöglichkeiten mit Facebooks Graph Search. Wer die Option zu diesem Zeitpunkt nicht aktiviert hatte, dem wurde sie schon Anfang dieses Jahres entzogen.

Neue Facebook-Suche lässt tief blicken

Derzeit kann Graph Search nur bei Profilen in englischer Sprache genutzt werden. Wann Graph Search weltweit verfügbar sein wird, gab Facebook bisher nicht bekannt. Allerdings deuten die jüngsten Entwicklungen darauf hin, dass es nicht mehr allzu lange dauern könnte. Mit Graph Search soll das gesamte Soziale Netzwerk nicht nur nach Personen, sondern auch nach bestimmten Inhalten gezielt durchsucht werden können.

Screenshot des Facebook-Suchfensters

Screenshot facebook.com

Graph Search ist vorerst nur für Profile in englischer Sprache verfügbar

Ende September kündigte Facebook an, dass mit Graph Search auch Postings und Status-Updates zumindest für einen kleinen Teil der Nutzer durchsuchbar sind, zudem alle Kommentare, Bildunterschriften und Check-ins bei Plätzen. Gegenüber dem IT-Blog Techcrunch gab Facebook an, Nutzung und Feedback dieser Möglichkeiten von Graph Search genau beobachten zu wollen, bevor die Funktion für eine breite Nutzerbasis verfügbar wird.

Einstellungen regelmäßig kontrollieren

Grundsätzlich empfiehlt sich angesichts der immer wieder geänderten Einstellungen, die Datenschutzoptionen bei Facebook laufend zu überprüfen. Wer etwa nicht automatisch in Postings markiert aufscheinen will, sollte dazu unter Chronik und Markierungen die entsprechende Option aktivieren. Dort kann die Grundeinstellung für die Sichtbarkeit von Postings vorgenommen werden, also wer genau Postings eines Nutzers sehen kann. Zudem kann die Sichtbarkeit alter Postings eingeschränkt werden.

Facebook will in den kommenden Wochen eigens darauf hinweisen, wenn die Möglichkeit zur Nichtauffindbarkeit bei der Suche entfernt wird. Nutzer sollen in Zukunft die Leserschaft bei ihren Postings auf das gewünschte Zielpublikum einschränken, so der offizielle Rat für mehr Datenschutz. Laut Facebook sollen Nutzer vor allem über das Aktivitätenprotokoll einstellen, welche Aktivitäten andere Nutzer sehen können und welche nicht.

Alte „Sünden“ leichter auffindbar

Mit den neuen Möglichkeiten von Graph Search könnten in Zukunft bei vielen Nutzern Postings und Aktivitäten auf Facebook leichter auffindbar werden, die die Verfasser selbst vielleicht lieber vergessen würden. Facebook verweist in diesem Zusammenhang immer wieder auf das Aktivitätenprotokoll, mit dem die Nutzer ihre Timeline ausputzen könnten. Je nach Aktivität auf Facebook sollte man dafür wohl auch entsprechend Zeit einplanen.

Mehr Möglichkeiten für Werbung

Für Facebook selbst sind die neuen Möglichkeiten wichtig im Wettstreit mit dem Onlinenetzwerk Twitter, das seine Funktionen ebenfalls laufend ausbaut, um so mehr Nutzer anzuziehen. Für Facebook, wie auch für andere Websites ist es allerdings auch von Bedeutung, dass die Nutzer möglichst viel Zeit auf der Seite verbringen, damit sich Werbung auf den jeweiligen Websites leichter verkaufen lässt. Denn je länger ein Nutzer auf einer Website ist, desto eher wird er mit bestimmter Werbung dort in Kontakt kommen - und Werbung ist die Haupteinnahmequelle von Facebook & Co.

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