Berlusconi reichte Antrag auf Sozialdienst ein

Der wegen Steuerbetrugs zu vier Jahren Haft verurteilte italienische Ex-Premier Silvio Berlusconi will seine einjährige Haftstrafen nicht unter Hausarrest absitzen, sondern Sozialdienst leisten.

Der Antrag wurde heute bei den Mailänder Justizbehörden eingereicht und wird nun von einem Mailänder Gericht überprüft, berichteten Berlusconis Rechtsanwälte. Noch unklar ist, wo Berlusconi Sozialdienst leisten will und ab wann er diesen antreten muss. Laut Medienberichten könnte eine Entscheidung bis zu drei Monate dauern.

Der Sozialdienst habe Experten zufolge den Vorteil, dass dabei die Auflagen für die Bewegungsfreiheit weniger strikt seien. Auch sei der Kreis der Gesprächspartner nicht so eingeschränkt wie beim Hausarrest. Sozialdienste würden ihm außerdem eine zweimonatige Verkürzung der Strafe ermöglichen.

Nächster Gerichtstermin

Auf Berlusconi wartet unterdessen bereits der nächste Gerichtstermin. Am 19. Oktober entscheidet in Mailand ein Gericht über die Dauer des Amtsverbots, das unabhängig vom Antikorruptionsgesetz mit der Verurteilung als Steuerbetrüger einhergeht.

Zwischen zwölf Monate und drei Jahre sind zu erwarten. Die Verhandlung wurde vom Kassationsgericht in Rom, der höchsten Instanz im italienischen Strafsystem, beauftragt.