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Aus Kaffeeresten wird Biosubstrat

Ein Negativaspekt im boomenden Kaffeekapselmarkt bleibt oft unerwähnt: der Abfall. Die meisten Portionsdosen sind aus Plastik. Oft sind sie noch einzeln in Folie eingepackt. Nespresso fertigt seine Hülsen aus Aluminium - was nach Angaben des Herstellers am besten geeignet ist, den Inhalt vor Sonnenlicht und Sauerstoff zu schützen.

Der Konzern versucht sein angekratztes Umweltimage allerdings aufzupolieren und setzt verstärkt auf das Sammeln der gebrauchten Kapseln. Eine Tiroler Firma übernahm im August vergangenen Jahres österreichweit das Recycling der Nespresso-Kapseln.

Durch die Trennung der Kaffeereste von der Aluminiumkapsel können beide Stoffe verwertet und wiederverwendet werden, erklärte Harald Höpperger, Geschäftsführer des gleichnamigen Recyclingunternehmens, im Juni dieses Jahres in Pfaffenhofen bei Telfs.

„Neuer, umweltfreundlicher Prozess“

„Mit der Firma Höpperger entstand ein neuer, umweltfreundlicher Prozess für die Verwertung von Kaffee und Aluminium aus den gebrauchten Nespresso-Kapseln“, sagte Richard Paulus, Technical & Quality Director von Nespresso Österreich. Im Zuge des Recyclingprozesses werde das Aluminium eingeschmolzen und vollständig wiederverwertet.

Aus den Kaffeeresten werde Biogas, das in der Folge zu Strom oder Treibstoff verarbeitet werde, erläuterte Höpperger. „Aus einer Lkw-Ladung Nespresso Kapseln können wir 3.500 Normkubikmeter Methan gewinnen“, sagte der Geschäftsführer. Daraus könne man 10.000 kWh Strom und 20.000 kWh Wärme produzieren.

Keine Daten zu Rücklaufquote

Einzug in dieses Verwertungssystem finden jedoch nur Kapseln, die von den Konsumenten zu den Sammelstellen gebracht werden. Wie hoch die tatsächliche Rücklaufquote an Kapseln in das Recyclingsystem ist, wollten die Verantwortlichen jedoch nicht bekanntgeben.

Nespresso mit Hauptsitz in Lausanne, eine Tochterfirma des schweizerischen Nestle-Konzerns, agiert in über 60 Ländern und beschäftigt rund 8.000 Mitarbeiter. Weltweit erreichte der Umsatz bei Kaffeekapseln nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts Euromonitor International im zurückliegenden Jahr rund acht Mrd. Dollar (rund sechs Mrd. Euro) - fast zwei Drittel davon in Westeuropa.

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