GB: „Belastende“ Dokumente aus Kolonialzeit vernichtet

Die britische Regierung hat Tausende kompromittierende Dokumente aus der Zeit des Unabhängigkeitskampfs gegen das britische Empire zwischen 1950 und 1960 verbrennen oder im Meer versenken lassen.

Das geht aus Akten hervor, die das Außenministerium in London heute freigab. Wie die Zeitung „The Times“ berichtete, wurden mit der „Operation Erbschaft“ unter anderem Papiere über die blutige Niederschlagung der kenianischen Unabhängigkeitsbewegung Mau-Mau ab 1952 vernichtet.

Dokumente gezielt zerstört

Der Zeitung zufolge gab es kurz vor der 1962/63 erlangten Unabhängigkeit Kenias die Anweisung, unter anderem folgende Dokumente zu beseitigen: „solche, welche die Regierung Ihrer Majestät oder andere Regierungen Ungelegenheiten bereiten können“; „solche, welche Mitgliedern der Polizei, der Streitkräfte sowie Beamten und anderen, darunter Informanten, zusetzen können“; und „solche, welche die Geheimdienste belasten können“.

Einige Dokumente der Geheimdienste oder der Polizei der Kolonialverwaltung wurden mit Flugzeugen der Royal Air Force oder Schiffen der Royal Navy in die Heimat gebracht, andere an Ort und Stelle vernichtet. In Singapur wurden beispielsweise vertrauliche Papiere mit fünf Lastwagen zu der dort vor Anker liegenden „SMS Splendid“ gebracht und in deren Heizkessel verbrannt.

Auch kompromittierende Unterlagen aus Malaysia, Uganda, Tansania, Jamaika und anderen ehemals britischen Kolonialbesitzungen wurden massenweise zerstört.