Iran setzt Erprobung neuer Uran-Zentrifugen fort

Der Iran setzt ungeachtet des jüngsten Zwischenabkommens im Atom-Streit die Erprobung neuer Zentrifugen für die Anreicherung von Uran fort. Eine erste Testreihe effizienterer Geräte sei abgeschlossen worden, erklärte ein Sprecher der iranischen Behörde für Atomenergie gestern der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA zufolge.

Mit den Tests scheint der Iran zwar nicht direkt gegen das jüngste Abkommen zu verstoßen. Dennoch könnte die Entwicklung die Westmächte beunruhigen, weil der Iran die Anreicherung deutlich beschleunigen könnte. Bei entsprechend höherer Anreicherung kann das Uran auch zum Bau von Atomwaffen eingesetzt werden.

Im November haben sich die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China und Deutschland in dem jahrelangen Atomstreit mit dem Iran auf erste Schritte zur Entspannung des Konflikts verständigt. Die Führung in Teheran stimmte Einschränkungen bei ihren Nuklearaktivitäten im Gegenzug für gezielte Sanktionserleichterungen zu. Binnen sechs Monaten soll ein endgültiges Abkommen erzielt werden.

Obama: Chancen für Deal stehen 50:50

Überraschend zurückhaltend hat sich US-Präsident Barack Obama zur Chance auf eine dauerhafte Einigung im Atomstreit mit dem Iran geäußert. Er schätze die Chancen auf „nicht mehr als 50:50 ein“, sagte er bei einer Diskussionsveranstaltung zur Nahostpolitik in Washington. „Aber wir müssen es versuchen“, fügte Obama hinzu. Man dürfe nicht naiv sein. Die USA gäben auch keine Option aus der Hand, betonte Obama mit Blick auf militärische Optionen.

IAEA-Inspektoren untersuchen Anlage

Heute nehmen zwei Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im Iran eine Anlage zur Schwerwasserproduktion unter die Lupe. Der Schwerwasserreaktor in Arak, der Ende 2014 in Betrieb gehen soll, wird vom Westen beargwöhnt, weil darin theoretisch waffenfähiges Plutonium hergestellt werden kann. Zuletzt waren Inspektoren im August 2011 an der Anlage zur Schwerwasserproduktion, die die IAEA regelmäßig besuchen durfte.

Seit 2006 hat die IAEA nach eigenen Angaben aber keine aktuellen Detailpläne über den Schwerwasserreaktor mehr erhalten. Wie lange die Inspektoren in der 240 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Teheran gelegenen Region bleiben, war zunächst nicht bekannt.