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„Im Prinzip jede Form möglich“

Geht es nach den Plänen des italienischen Lebensmittelkonzerns Barilla, könnte der 3-D-Drucker schon bald zum fixen Inventar von Restaurantküchen werden. Konkret arbeitet Barilla an einem Pilotprojekt, dessen Ziel individuell hergestellte Pasta ist. Doch nicht nur Barilla ortet in Essbarem aus dem Drucker vielversprechendes Potenzial - zu den Pionieren zählt hier auch die US-Weltraumbehörde NASA.

Barilla arbeitet bereits seit zwei Jahren mit dem in Einhoven ansässigen Forschungsinstitut TNO an der Umsetzung seiner zukunftsweisenden Pläne. Laut Projektleiter Kjeld van Bommel, der die Kooperation gegenüber der niederländischen Zeitung „Trouw“ bestätigte, gilt es allerdings noch einige Hürden zu überwinden. Als zentrales Problem wurde etwa die Druckgeschwindigkeit genannt. Zwar sei man jetzt schon zehnmal so schnell wie zu Beginn der Experimente - mit 15 bis 20 Nudeln innerhalb von 20 Minuten aber dennoch weit von einer Alltagstauglichkeit entfernt.

Mit „Das werden wir schaffen“ zeigte sich Van Bommel aber überzeugt, dieses Problem erfolgreich überwinden zu können. Dann sollen die Geräte an Restaurants verkauft und mit Teigpatronen beliefert werden, per Knopfdruck soll dann individuell geformte Pasta produziert werden. Angedacht sei den Angaben zufolge, dass Gäste ihre Nudelgerichte künftig auch selbst gestalten können. Da „im Prinzip jede Form möglich“ sei, müsse der Entwurf dafür - etwa auf einem USB-Stick - lediglich mit ins Restaurant gebracht werden.

Süßes aus dem 3-D-Drucker

Auf den Trend setzt auch die US-amerikanische Firma 3-D-Systems, die auf der diesjährigen Elektronikmesse CES in Los Angeles bereits für den Handel gedachte Drucker zur Herstellung von Süßigkeiten präsentierte. Als Zielgruppe der zwischen 5.000 und „unterhalb von 10.000“ Dollar teuren Geräte wurden unter anderem Konditoreien und Restaurants genannt, denen dann mit der mitgelieferten Software „The Digital Cookbook“ auch das Werkzeug zur Herstellung der Entwürfe mitgeliefert werden soll.

Möglich seien nicht nur komplexe Formen, sondern - zumindest mit dem teureren Modell - auch mehrfarbige Ergebnisse. Geliefert werden auch die druckbaren Materialen, dessen Geschmacksrichtungen zunächst Schokolade, Vanille, Minze, saurer Apfel, Kirsche und Wassermelone umfassen sollen. An der Technik interessiert zeigt sich unterdessen auch der amerikanische Süßwarenriese Hershey’s, der nun mit 3-D-Systems mit Schokolade aus dem Drucker experimentieren will.

Science-Fiction bald Realität?

Einen Blick in die essbare 3-D-Zukunft warf bereits vor Jahrzehnten die Science-Fiction-Serie Star Trek mit dem Replicator. Das New Yorker Start-up Makerbot setzte auf den bekannten Namen und taufte damit seinen 3-D-Drucker. Bei der US-Raumfahrtbehörde NASA ist der Name im Gegensatz dazu aber bereits Programm, hier ist man der Umsetzung einer Lebensmittel produzierenden Maschine bereits einen Schritt näher gekommen.

Von der US-Firma Systems & Materials Research Corporation (SMRC), die von der NASA den Auftrag erhielt, einen Drucker für Nahrungsmittel aller Art zu entwickeln, wurde im Vorjahr ein erster Prototyp vorgestellt, mit dem öffentlichkeitswirksam eine Pizza ausgedruckt wurde. Während man sich dabei noch teils „klassischer“ Zutaten wie Ketchup und Käse bediente, soll die „Druckertinte“ später aus haltbaren Nahrungsmitteln in Pulverform bestehen und diverse proteinreiche Mixturen sollen zur Anwendung kommen, mit denen dann Astronauten etwa bei Langzeitmissionen versorgt werden können.

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