Vorfahr der Europäer hatte lange Zeit dunkle Haut

Vorfahren des Menschen in Europa hatten offenbar viel länger eine dunkle Hautfarbe als bisher angenommen. Die Analyse der DNA eines vor rund 7.000 Jahren in Spanien lebenden Jägers und Sammlers ergab, dass der Vorfahr dunkle Haut, dunkle Haare und blaue Augen hatte, wie es in einer gestern im Fachblatt „Nature“ veröffentlichten Studie heißt.

„Bisher wurde davon ausgegangen, dass sich eine helle Hautfarbe in Europa bereits recht früh entwickelte, im Jungpaläolithikum“ vor 50.000 bis 10.000 Jahren, sagte Studienautor Carles Lalueza-Fox. „Das ist aber eindeutig nicht der Fall.“ Womöglich habe sich eine helle Hautfarbe erst in der Jungsteinzeit entwickelt, die vor 5.000 Jahren begann.

Grund dafür könnte sein, dass sich in dieser Zeit die Landwirtschaft entwickelte. Die bisherigen Jäger und Sammler änderten in der Folge ihre Essgewohnheiten und nahmen weniger Vitamin D zu sich. Der Mensch kann das Vitamin auch bei Sonnenkontakt über die Haut bilden, helle Haut kann aber mehr Vitamin D bilden als dunkle Haut - es gab also einen evolutionären Anreiz für die Entwicklung einer helleren Haut.

Die Forscher fanden durch die Erbgutanalyse auch heraus, dass der La-Brana-Mensch im Vergleich zu heute lebenden Europäern mit Nordeuropäern wie Schweden und Finnen die größte genetische Ähnlichkeit hatte. Der untersuchte Vorfahr des Menschen konnte zudem weder Milch noch Stärke verdauen. Die genetischen Voraussetzungen dazu hätten sich vermutlich erst mit der Einführung der Landwirtschaft in der Jungsteinzeit entwickelt, schlussfolgern die Forscher.