Rechtsextreme in Schweden aktiv wie nie zuvor

Die vom mittlerweile verstorbenen Krimiautor Stieg Larsson gegründete Anti-Rechts-Zeitschrift „Expo“ konstatiert eine rekordhohe Aktivität rechtsextremer Kräfte in Schweden.

Einem heute veröffentlichten Bericht zufolge wurden in Schweden im Jahr 2013 insgesamt 2.333 Fälle von rassenideologischen Aktivitäten registriert. Das bedeutet einen Anstieg von 28 Prozent gegenüber 2012.

Als „Aktivitäten“ gelten bei „Expo“ sowohl Fälle von öffentlicher Propaganda als auch Kundgebungen, Versammlungen, Flugblattaktionen sowie gewaltsame Attacken auf linke, liberale und antirassistische Kundgebungen, wie sie jüngst in der Stockholmer Vorortgemeinde Kärrtorp und zuletzt auf einer Frauendemo in Malmö stattfanden.

Neonazistische Partei will zur Wahl antreten

Vor allem die Propagandatätigkeit rechtsextremer Kreise habe zugenommen, heißt es in dem zur aktuellen Studie erschienen Artikel. Dafür seien zu einem Gutteil die rassenideologische Schwedische Widerstandsbewegung (Svenska Motstandsrörelsen) und die neonazistische Partei der Schweden (Svenskarnas parti) verantwortlich. Letztere beabsichtigt, bei der kommenden Reichstagswahl am 14. September zu kandidieren.

Die Nachfolgepartei der einstigen Nationalsozialistischen Front war vergangene Woche international in die Medien geraten. Es wurde bekannt, dass Sympathisanten der Gruppe zur Unterstützung rechtsradikaler Kräfte in die Ukraine gereist waren. Unter anderem soll die ultranationalistische Swoboda-Partei mit der Partei der Schweden kooperieren.