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Neun Listen fix

Fix auf dem Stimmzettel bei der EU-Wahl im Mai stehen neun Listen. Nach überraschenden Änderungen bei FPÖ und BZÖ stehen nun auch die Listenersten der antretenden Parteien fest. Nur zwei Listen werden von Frauen angeführt. Die Kandidaten im Kurzporträt:

Eugen Freund (SPÖ)

APA/Georg Hochmuth

Eugen Freund

Eugen Freund (SPÖ): Der Quereinsteiger war früher beim ORF, zuletzt als ZIB1-Moderator. Geboren am 15. April 1951 in Wien, aufgewachsen in Kärnten, hat Freund nach der Matura mehrere Studien begonnen, aber keines abgeschlossen. Erste journalistische Sporen verdiente er sich beim „profil“ als freier Mitarbeiter, ab 1974 war er in der Innenpolitikredaktion des ORF-Hörfunks. 1978 wurde er Pressesprecher für Außenminister Willibald Pahr (parteilos, von der SPÖ nominiert), dann ging er zum Presse- und Informationsdienst der Republik Österreich in New York. 1986 stieg er wieder beim ORF ein, für den er u. a. (bis 2001) Korrespondent in Washington und ab 2007 Fernsehmoderator war. Freund ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Othmar Karas (ÖVP)

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Othmar Karas

Othmar Karas (ÖVP): Seit 1999 ist Karas EU-Abgeordneter, seit 2006 Delegationsleiter der ÖVP, seit 2012 Vizepräsident des EU-Parlaments. Spitzenkandidat ist Karas erstmals, aber 2009 überholte er mit fast 113.000 Vorzugsstimmen den ÖVP-Listenersten Ernst Strasser. Als dieser wegen der „Cash for Laws“-Affäre zurücktrat, wurde Karas Delegationsleiter.

Geboren am 24. Dezember 1957 in Ybbs an der Donau, war Karas - der sein Politikwissenschaftsstudium 1996 abschloss - bis 1995 im Banken- und Versicherungsbereich tätig, parallel machte er in der Politik Karriere: als Obmann der ÖVP-nahen Union Höherer Schüler (UHS) und der Jungen ÖVP, von 1983 bis 1990 als Nationalratsabgeordneter, 1995 als Generalsekretär unter Wolfgang Schüssel und danach im EU-Parlament. Karas ist verheiratet mit der Tochter des früheren Bundespräsidenten Kurt Waldheim, Christa, und hat einen Sohn.

Harald Vilimsky (FPÖ)

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Harald Vilimsky

Harald Vilimsky (FPÖ): Vilimsky ist seit 2006 Generalsekretär und Nationalratsabgeordneter der FPÖ. Er startete seine Parteikarriere als Pressereferent - schon unter Haider im Parlamentsklub (1991 bis 1996), danach im Wiener Rathausklub, wo der Getreue von Parteichef Heinz-Christian Strache 2004 bis 2006 auch Landesparteisekretär war. Nach der Abspaltung des BZÖ nahm ihn Strache 2006 als Generalsekretär in die Bundespartei mit, seit der Wahl 2006 sitzt er im Nationalrat. Von Beruf ist der am 22. Juli 1966 geborene Wiener „akademisch geprüfter PR-Berater“, er absolvierte einen Hochschullehrgang für Öffentlichkeitsarbeit. Vilimsky ist verheiratet und Vater einer Tochter.

Ursprünglich hätte Vilimsky mit Andreas Mölzer als Doppelspitze antreten sollen. Doch nach umstrittenen Aussagen musste sich Mölzer im April zurückziehen.

Ulrike Lunacek (Grüne)

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Ulrike Lunacek

Ulrike Lunacek (Grüne): Lunacek ist seit 2009 im EU-Parlament und zum zweiten Mal Spitzenkandidatin. 2009 löste sie den altgedienten Johannes Voggenhuber ab, die Grünen brachen auf 9,9 Prozent ein. Vor ihrer Politkarriere war Lunacek (geboren am 26. Mai 1957 in Krems) nach einem abgeschlossenen Englisch- und Spanisch-Dolmetschstudium in Innsbruck u. a. als Pressereferentin beim Österreichischen Informationsdienst für Entwicklungspolitik tätig - und engagierte sich als bekennende Lesbe für die Rechte Homosexueller.

1995 bis 1998 war Lunacek Bundesgeschäftsführerin der Grünen, 1999 zog sie in den Nationalrat ein, nachdem ihr erster Versuch, EU-Kandidatin zu werden, gescheitert war. 2009 gewann Lunacek eine Kampfabstimmung gegen Voggenhuber, kam ins EU-Parlament und wurde Vizepräsidentin der Grünen Fraktion, Kosovo-Berichterstatterin sowie Leiterin der EU-Wahlbeobachtung in Honduras.

Angelika Mlinar (NEOS)

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Angelika Mlinar

Angelika Mlinar (NEOS): Mlinar war die letzte Parteichefin des Liberalen Forums (LIF). Dort kam sie 1997 als Assistentin des EU-Abgeordneten Friedhelm Frischenschlager erstmals mit der Politik in Berührung. Die am 29. Juni 1970 in Altendorf in Kärnten geborene Mlinar ist studierte Juristin. Von Mai 2009 bis Juli 2010 war sie Generalsekretärin des Rats der Kärntner Slowenen, seit Juni 2009 Bundessprecherin des LIF. Als solche führte sie die Liberalen in die Fusion mit NEOS, seit der Wahl 2013 sitzt sie für NEOS im Nationalrat. Mlinar ist stellvertretende Vorsitzende von NEOS. Neben Lunacek ist sie die einzige Frau als Spitzenkandidatin einer österreichischen Partei bei der EU-Wahl.

Ewald Stadler (REKOS)

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Ewald Stadler

Ewald Stadler (REKOS): Stadler - seit 2011 EU-Abgeordneter - war erst bei der FPÖ, dann beim BZÖ, jetzt kandidiert er mit der Liste REKOS (Reformkonservative). Der Wahlniederösterreicher startete seine Politkarriere in Vorarlberg (geboren wurde er am 21. Mai 1961 in Mäders), wo der studierte Jurist im Landtag (von 1991 bis 1994 als Klubobmann) saß. 1994 wechselte er in den Nationalrat, 1996 wurde er an der Seite Haiders geschäftsführender Klubchef, 1999 musste er in die niederösterreichische Landesregierung wechseln. Unter Schwarz-Blau war er 2001 bis 2006 Volksanwalt der FPÖ. Gemeinsam mit Mölzer führte er 2002 in Knittelfeld und 2005 rund um die Parteispaltung Regie. 2006 wurde er wieder FPÖ-Abgeordneter, 2008 ging er zum BZÖ. Dessen EU-Mandat nahm er 2011 an. Nach der Schlappe bei der Nationalratswahl 2013 überwarf er sich mit dem BZÖ und wurde ausgeschlossen. Der verheiratete Vater von fünf Kindern lebt in Etsdorf in Niederösterreich.

Martin Ehrenhauser (Europa anders)

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Martin Ehrenhauser

Martin Ehrenhauser (Europa anders): Ehrenhauser ist EU-Parlamentarier seit 2009, eingezogen mit der Liste Hans-Peter Martins, von der er sich 2011 verabschiedete. Jetzt kandidiert er für das Europa-anders-Wahlbündnis von KPÖ, Piraten und Wandel. Geboren am 18. September 1978 in Linz, machte er erst eine Kochlehre und arbeitete als Koch in Österreich, Malaysia und den USA. 2001 entschied er sich, im zweiten Bildungsweg zu studieren, Betriebswissenschaften an der Uni Linz sowie Politikwissenschaften in Innsbruck und England. Während der Studienzeit war er für die Liberalen ÖH-Bundesmandatar. 2007 ging er als Büroleiter Martins nach Brüssel, der ihn 2009 auf die Liste setzte. 2011 zerstritt er sich mit Martin, dem er missbräuchliche Verwendung von Wahlkampfgeldern vorwarf. Ehrenhauser ist verheiratet und hat drei Töchter.

Angelika Werthmann  (BZÖ)

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Angelika Werthmann

Angelika Werthmann (Liste Mag. Werthmann, für das BZÖ): Für das BZÖ als Unabhängige ins Rennen geht die EU-Abgeordnete Angelika Werthmann. Werthmann zog 2009 mit Hans-Peter Martin ins EU-Parlament ein, überwarf sich aber mit ihm und trat im Juli 2010 wieder aus der Liste Martin aus. 2012 schloss sie sich den Liberalen im EU-Parlament an, von denen sie unlängst ausgeschlossen wurde. Werthmann, die ursprünglich Spitzenkandidatin für das Liberale Forum sein wollte, hatte bei der NEOS-Vorwahl auf eine Kandidatur verzichtet. Sie hatte der Partei vorgeworfen, es habe bei der NEOS-internen Vorwahl zur Nationalratswahl „Stimmenkauf“ gegeben.

Ursprünglich hätte die Tochter von Jörg Haider, Ulrike Haider-Quercia, als Spitzenkandidatin für die von ihrem Vater gegründete Partei antreten sollen. Haider-Quercia zog ihre Kandidatur jedoch überraschend zurück, laut eigenen Worten wegen „ständig Kritik aus den eigenen Reihen“.

Rudolf Pomaroli und Robert Marschall (EU-Stop:) Der ehemalige HTL-Lehrer Pomaroli ist der Chef der 2003 gegründeten Partei Neutrale Freie Österreich (NFÖ), die bei der Nationalratswahl 2006 auf 0,23 Prozent kam. Die NFÖ mit Sitz in Innsbruck versteht sich als christlich orientierte Partei, ihr Hauptziel ist der EU-Austritt. Das gilt - nomen est omen - auch für die EU-Austrittspartei (EU-Aus) von Marschall, Herausgeber des Wiener Stadtmagazins „Wien-konkret“. Der Niederösterreicher hat an der WU Wien studiert. Seine Partei scheiterte bei der Nationalratswahl 2013 mit 0,01 Prozent. Für die EU-Wahl haben sich NFÖ und EU-Aus zusammengeschlossen und rechtzeitig einen Wahlvorschlag eingereicht.

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