Jeder EU-Bürger bekommt Recht auf Basiskonto

Jeder EU-Bürger soll das Recht auf ein Basisgirokonto bekommen, mit dem er Überweisungen tätigen, Geld am Automaten abheben und online seine Bankgeschäfte erledigen kann. Das sieht eine Richtlinie vor, die das Europaparlament heute verabschiedet hat.

Sie soll es Bankkunden außerdem erleichtern, die Gebühren für Girokonten zu vergleichen und die Bank zu wechseln. Auch der grenzüberschreitende Kontowechsel soll vereinfacht werden.

Umsetzung bis zum Frühjahr 2016

Auf den Kompromiss hatten sich Unterhändler des Europaparlaments, der EU-Kommission und der 28 EU-Staaten vorab geeinigt. Sie kann nun in Kürze in Kraft treten. Die EU-Staaten haben anschließend maximal zwei Jahre Zeit - also bis zum Frühjahr 2016 -, um die Bestimmungen in nationales Recht umzusetzen.

Der Neuregelung zufolge dürfen Banken etwa Studenten, Saisonarbeitern und freien Dienstleistern nicht länger ein Konto verweigern, nur weil diese aufgrund ihrer Tätigkeit keinen festen Wohnsitz haben.

Der Brüsseler Kommission zufolge haben derzeit in der EU mehr als 58 Millionen Menschen kein Konto. Jährlich lehnen Banken rund 2,5 Millionen Anträge auf Eröffnung eines Kontos ab.