Israel: Sieben Jugendliche nach Hassdelikten verhaftet

Wegen rassistischer Delikte sind in Israel sieben jüdische Jugendliche in Gewahrsam genommen worden. Vier Heranwachsende im Alter von 13 bis 15 Jahren hätten gestanden, gestern gegen Araber gerichtete Schmähparolen auf Baufahrzeuge im Nordwesten von Jerusalem geschmiert zu haben, sagte Polizeisprecherin Luba Samri heute.

Auf dem Zionsberg neben der Altstadt wurden Samri zufolge zudem drei Mädchen festgenommen, nachdem diese einen christlichen Priester bespuckt hatten. In ihren Taschen wurden israelische Flaggen gefunden, auf die sie „Rache“ und „Preisschild“ geschrieben hatten.

Den Slogan „Preisschild“ hinterlassen radikale Siedler und israelische Rechtsextremisten seit zwei Jahren als gemeinsames Bekennerzeichen an den Tatorten ihrer Zerstörungen und Brandanschläge.

Behörden wollen schärfer vorgehen

Die Gewalt richtet sich zumeist gegen Häuser und Autos von Palästinensern, israelischen Arabern und Friedensaktivisten. Auch Moscheen sowie christliche Kirchen und Klöster sind das Ziel von Brandanschlägen und beleidigenden Schmierereien.

In dieser Woche wollen die Sicherheitsorgane Israels bei einem Dringlichkeitstreffen schärfere Maßnahmen gegen die von jüdischen Ultranationalisten verübte Hasskriminalität beschließen. Diese hat in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Damit reagieren Regierung und Behörden auch auf diesbezügliche Kritik des US-Außenministeriums.