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Die feinen Unterschiede im urbanen Raum

Die EU-Wahl hat nicht nur wegen des Rennens um die Plätze eins, zwei und drei interessiert. Auch der Kampf um das bürgerlich-liberale Lager war Gegenstand heftiger Debatten und Spekulationen: Würden Grüne oder NEOS das Rennen um Platz vier machen? Das Duell entschieden deutlich die Grünen für sich - wohl auch vor dem Hintergrund, dass sie gerade in den Städten mittlerweile sehr gut verankert sind.

Die Grünen waren bei der EU-Wahl wieder in zwei Landeshauptstädten Erste: in Graz und in Innsbruck. Anders als bei der Nationalratswahl 2013 lagen sie laut Endergebnis aber auch in der größten Stadt Vorarlbergs, in Dornbirn, auf dem Spitzenplatz. Und in Wien nahmen sie der FPÖ den zweiten Platz ab.

Karte zum Wahlergebnis

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Die Grünen nahmen bei der EU-Wahl Graz der ÖVP ab

Grüne besser verankert als Aufsteiger NEOS

Das Wahlergebnis in den Landeshauptstädten zeigt, dass die Grünen österreichweit besser verankert sind als NEOS. In Vorarlberg, der Heimat von NEOS-Chef Mathias Strolz, schnitt die Partei zwar recht gut ab und wurde Vierte vor der SPÖ. Aber in Bregenz war NEOS fünftstärkste Partei - wie in allen anderen Landeshauptstädten auch.

Die Grünen schafften neben ihren beiden ersten Plätzen noch den zweiten Rang in Wien, Klagenfurt (knapp vor der FPÖ) und Bregenz und wurden in Salzburg-Stadt Dritte. Österreichweit landeten die Gürnen auf Rang vier. Denn im ländlichen Raum schneiden die Grünen meist deutlich schlechter ab als in den Städten.

Wien-Karte zum Wahlergebnis

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Wien mit zehn grünen Bezirken - mit den Wahlkarten kam noch Rudolfsheim-Fünfhaus dazu

SPÖ dank einer Stimme Dritter in Graz

Die SPÖ, bundesweit Zweite, hatte in den Hauptstädten vier erste Plätze: in Wien, Linz, St. Pölten und Klagenfurt. In Innsbruck, Bregenz und Graz wurde die SPÖ Dritte - in Graz mit genau einer Stimme Vorsprung vor der FPÖ.

ÖVP holt wieder Stadt Salzburg

Die österreichweit erste Partei ÖVP war in Eisenstadt, Salzburg und Bregenz die stärkste Partei. In Salzburg holte sie damit eine Position zurück, die sie bei der letzten Landtagswahl an die Grünen verloren hatte. Damals kam die ÖVP in Salzburg-Stadt überhaupt nur auf Platz drei. In Linz wurde die ÖVP nur Dritte, in Klagenfurt gar nur Vierte. Die FPÖ war in Linz Zweite, aber in Bregenz, Salzburg und Innsbruck nur Vierte hinter den Grünen. Sonst lag sie überall auf dem dritten Platz, den sie auch bundesweit eroberte.

Tirolkarte der EU-Wahl

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Tirol: Schwarzes Land mit dem Fleck Grün, nämlich Innsbruck - ein Bild, das man seit der letzten Landtagswahl im „Heiligen Land“ kennt

Die Sieger in den Ländern

Zwischen ÖVP und SPÖ veränderte sich bei der EU-Wahl auf Länderebene - laut Endergebnis - gegenüber 2009 nichts: Die SPÖ wurde auch heuer nur im Burgenland, in Kärnten und Wien Erste, die ÖVP in den anderen sechs Ländern. Für Grüne und FPÖ sieht es mit dem Wegfall der Liste Martin (und indirekt des BZÖ) wesentlich besser aus: Die FPÖ ist in zwei Ländern Zweite, die Grünen in drei.

Österreichkarte zeigt die stärkste Partei in den Bundesländern

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Keine Überraschung in der Länderaufteilung beim Rennen um den ersten Platz

In Kärnten wurde die FPÖ jetzt statt des BZÖ Zweite. Auch in der Steiermark schafften die Blauen den zweiten Platz - wobei sie allerdings bei der Nationalratswahl im „Reformpartnerland“ Steiermark schon Erste waren. Bei der EU-Wahl verteidigte aber die ÖVP Platz eins. Die Grünen holten bei der EU-Wahl Rang zwei in Vorarlberg, Tirol und Wien.

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