Kommissionspräsident: Schweden zweifelt an Juncker

Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt hat die Legitimität der Kandidatur von Jean-Claude Juncker für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten offen angezweifelt. „Was mich und Schweden angeht, haben wir den Prozess als solchen infrage gestellt“, sagte er heute der „Financial Times“. Am Abend wird Reinfeldt unter anderem die deutschen Kanzlerin Angela Merkel zu Gesprächen treffen.

Der Zeitung zufolge würde der schwedische Ministerpräsident die Auswahl des Kommissionschefs lieber den Staats- und Regierungschefs als dem EU-Parlament überlassen.

Reinfeldt gegen personellen Automatismus

Dass der Luxemburger bei einem Parteitag der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) in Dublin im März zum Spitzenkandidaten gewählt worden war und die EVP bei der Europawahl Ende Mai die meisten Stimmen holte, rechtfertigt aus Reinfeldts Sicht keinen personellen Automatismus.

„Wir halten nichts davon, weil das alle anderen Kandidaten ihrer Aussichten beraubt und eine Vielzahl potenzieller Kommissionspräsidenten ausschließt“, sagte er der „Financial Times“. Wen er persönlich favorisieren würde, sagte Reinfeldt nicht. Seine liberal-konservative Moderate Sammlungspartei gehört ebenfalls der EVP an.