Häftlinge in Hungerstreik: Palästinenser fordern Eingreifen

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat ein internationales Eingreifen für 130 hungerstreikende Häftlinge in israelischen Gefängnissen gefordert. Die Palästinenser befinden sich seit dem 24. April im Hungerstreik, um gegen die „Verwaltungshaft“ zu protestieren. Etwa 70 von ihnen mussten bereits in Krankenhäusern behandelt werden.

Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat schrieb im Namen des Präsidenten einen Brief an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und die Außenminister von 192 Staaten. Darin wurde die Administrativhaft als „eine der schlimmsten Ungerechtigkeiten der Militärherrschaft im besetzten Staat Palästina“ beschrieben. Israel müsse diese Maßnahme abschaffen, forderte Erekat in einer Stellungnahme.

Festhalten ohne Anklage

Die umstrittene Administrativhaft ermöglicht es, Verdächtige ohne Anklage nur aufgrund geheimer Ermittlungsergebnisse für jeweils verlängerbare Zeiträume von sechs Monaten festzuhalten.

Israel will die Häftlinge zwangsernähren, falls ihr Leben bei dem Hungerstreik in Gefahr gerät. Diese Maßnahme wird jedoch von palästinensischer Seite und Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert.