NATO beschließt regionale Kommandozentralen in Osteuropa

Die NATO will entlang ihrer Außengrenze zu Russland bis zu fünf regionale Kommandozentralen errichten. Die vier bis fünf Zentren seien in Litauen, Lettland, Estland, Polen und Rumänien geplant, sagte ein litauischer Armeesprecher gestern in der Hauptstadt Vilnius.

Dort kamen ranghohe Armeevertreter der 28 Bündnisstaaten im Rahmen des NATO-Militärkomitees mit ihrem obersten General Philip Breedlove zusammen. In jeder Zentrale sollen 120 Soldaten stationiert werden, die jeweils die Verantwortung für ein „multinationales Bataillon“ übernehmen sollen.

Präsenz vor Russlands Tür erhöht

Nach Angaben des Sprechers werden noch am Wochenende die Truppenzusagen der NATO-Länder für die Osteuropazentralen erwartet. Die Zentrale in Litauen soll noch dieses Jahr in Betrieb genommen werden. Die NATO-Staaten hatten bei ihrem Gipfel in Wales Anfang September den Aufbau einer neuen Eingreiftruppe sowie einen Aktionsplan für Osteuropa beschlossen, um die Präsenz des Militärbündnisses in der Region zu erhöhen.

Kooperation Polen, Litauen, Ukraine

In Warschau unterzeichneten die Verteidigungsminister Polens, Litauens und der Ukraine eine Übereinkunft zur Bildung einer gemeinsamen Militärbrigade. „Das zeigt unsere tiefe Entschlossenheit zur Erhöhung unserer Sicherheit und Verteidigungskapazitäten in unserer Region“, sagte der polnische Präsident Bronislaw Komorowski bei der Vertragsunterzeichnung. Die Brigade mit dem Namen Lipolukrbrig soll ihr Hauptquartier im polnischen Lublin haben. Die mehreren tausend Soldaten bleiben aber in ihren jeweiligen Heimatländern stationiert und sollen nur zu gemeinsamen Übungen und für Friedensmissionen zusammenkommen.