Russland nennt NATO-Ausweitung auf Balkan „Provokation“

Negative Signale sendet Moskau im Hinblick auf eine eventuelle Ausweitung der NATO auf die Westbalkan-Staaten Montenegro, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina. Einen solchen Schritt hält Russlands Außenminister Sergej Lawrow für falsch. Das wäre ein Fehler, „eine Provokation“, sagte er der bosnischen Tageszeitung „Dnevni avaz“ (Dienstag-Ausgabe).

„Das wäre auf bestimmte Weise eine verantwortungslose Politik“ und würde das System der „gleichen und geteilten Sicherheit in Europa“ unterwandern. Ganz gleich, ob ein Land Mitglied dieses oder jenen Blocks sei, präzisierte der russische Außenminister.

Nur Serbien will neutral bleiben

Montenegro hofft derzeit darauf, im kommenden Jahr in das Militärbündnis aufgenommen zu werden. Mazedoniens Hürde ist schon seit Jahren der weiterhin ungelöste Namensstreit mit Griechenland. In Bosnien stößt ein möglicher NATO-Beitritt derzeit unter den Serben auf großen Widerstand.

In Serbien ist aufgrund der NATO-Luftangriffe im Jahr 1999 eine klare Bevölkerungsmehrheit dem Beitritt zu dem Militärbündnis abgeneigt. Durch eine Parlamentsresolution hatte sich Belgrad 2007 zu militärischer Neutralität verpflichtet.