Deutsche Fotoreporter im Südosten der Türkei festgenommen

Im Südosten der Türkei sind drei Fotoreporter aus Deutschland festgenommen worden. Das berichteten gestern ihre Kollegen sowie das kurdische Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, Civaka Azad. Demnach wurden Björn Kietzmann, Chris Grodotzki und Ruben Neugebauer gestern Nachmittag von der Polizei in Diyarbakir festgenommen. Ihnen werde vorgeworfen, Spione und Provokateure zu sein.

Die drei Fotografen waren in der kurdisch geprägten Region, um über die Proteste gegen die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingekesselte syrische Stadt Kobane zu berichten. Dabei waren im Südosten der Türkei in den vergangenen Tagen mehr als 30 Menschen getötet worden. In 35 der insgesamt 81 türkischen Provinzen war es zu Ausschreitungen gekommen.

Meldung über Festnahme via Twitter

Kietzmann, der seit 2009 als freiberuflicher Fotoreporter arbeitet, gehört dem Berufsverband Freelens an. Er schrieb auf Twitter: „Zusammen mit zwei weiteren dt. Journalisten im türkischen Diyarbakir festgenommen, weil wir über kurdische Proteste berichten wollten.“

Grodotzki gehört der Fotografenkooperative Visual Rebellion an und gewann unter anderem 2013 den dpa News Talent Award. Neugebauer, ebenfalls von Visual Rebellion, hat unter anderem für die „Süddeutsche Zeitung“, den „Spiegel“ sowie den „Tagesspiegel“ und die „taz“ gearbeitet.