AI: Keine Hinweise auf Massengräber in Ostukraine

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) sieht keine Beweise für Massengräber im umkämpften ostukrainischen Donezk, wie sie prorussische Separatisten entdeckt haben wollten.

In einem heute veröffentlichten Bericht über Hinrichtungen wirft die Organisation sowohl prorussischen als auch proukrainischen Kräften falsche Angaben über die Gräueltaten der jeweils anderen Seite vor.

„Fest steht auch, dass einige der schockierenden Fälle, über die berichtet wurde, besonders in russischen Medien enorm übertrieben waren“, so John Dalhuisen von Amnesty.

„Keine überzeugenden Beweise“

Mit Berichten über rund 400 im Konfliktgebiet gefundene Leichen von Zivilisten hatten die Separatisten Ende September Druck auf die Führung in Kiew gemacht. Laut den Angaben befanden sich die Gräber in Gebieten, die zuvor von der ukrainischen Armee beherrscht worden waren.

Amnesty habe „keine überzeugenden Beweise für Massentötungen oder Gräber“ gefunden, hieß es. Stattdessen sei die Organisation auf die Leichen von vier männlichen Zivilisten in zwei Gräbern in der Nähe des Dorfes Komunar gestoßen.

Vorwurf illegaler Hinrichtungen

Die Menschenrechtsorganisation warf den prorussischen Separatisten sowie regierungstreuen Kräften in der Ukraine dennoch illegale Hinrichtungen im Osten des Landes vor. „Es gibt keine Zweifel an illegalen Hinrichtungen und Gräueltaten, die von prorussischen Separatisten und ukrainischen Milizen in der Ostukraine begangen worden sind“, sagte die Ukraine-Expertin der Organisation, Jovanka Worner. Das Ausmaß der Taten sei jedoch schwierig festzustellen.

MH17-Abschuss: BND hat Belege gegen Separatisten

Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) hat laut dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ in der Causa des Abschusses der Passagiermaschine MH17 mit fast 300 Toten Belege gegen russische Separatisten. Diese hätten die Maschine im Juli über der Ostukraine abgeschossen, wie eine „umfangreiche Analyse“ des vorhandenen Materials zeige.

So habe die Auswertung von Fotos und Satellitenaufnahmen die Darstellung Russlands, dass ukrainischen Soldaten die Rakete abgefeuert hätten bzw. ein ukrainischer Jagdbomber in der Nähe der Passagiermaschine geflogen sei, widerlegt.

Mehr dazu in Umfangreiches Material ausgewertet