Verhandlungen über Übergangsregierung in Burkina Faso

Nach dem Umsturz im westafrikanischen Burkina Faso werden die Beratungen über die Zukunft des Landes heute fortgesetzt. Für den späten Vormittag wurde ein Treffen des Militärmachthabers Isaac Zida mit Vertretern des diplomatischen Korps im Außenministerium in der Hauptstadt Ouagadougou angekündigt. Zudem waren weitere Beratungen mit den Vorsitzenden der Oppositionsparteien geplant.

Die Lage auf den Straßen von Ouagadougou war in der Früh ruhig. Am Vorabend hatten Anhänger der Opposition erneut gegen die Machtergreifung des Militärs protestiert. Die Armee löste die Demonstration auf und setzte dabei auch Tränengas ein.

Ein Toter bei Protesten

Demonstranten stürmten den Sitz des nationalen Rundfunksenders. Ein junger Mann wurde dabei erschossen. Die Armeeführung erklärte, vermutlich sei das auf einen Querschläger zurückzuführen.

Im Gebäude des Staatsfernsehens wollten sich der ehemalige Verteidigungsminister und Armeechef Kouame Lougue und Oppositionsführer Saran Sereme jeweils selbst zum Präsidenten erklären. Kouame wurde nach einem kurzen TV-Statement von Soldaten abgeführt. Bevor Sereme zu Wort kommen konnte, wurde die Ausstrahlung beendet.

Compaore in Elfenbeinküste

Der nach Massenprotesten abgetretene Langzeitherrscher Blaise Compaore hatte sich in die benachbarte Elfenbeinküste abgesetzt. Er hatte sich am Freitag den Protesten gegen seine geplante Amtszeitverlängerung beugen müssen.

Der 63-Jährige war vor fast 30 Jahren mit einem Putsch in der früheren französischen Kolonie Obervolta an die Macht gelangt. Von den 17 Millionen Einwohnern in Burkina Faso lebt die Hälfte unter der Armutsschwelle. Das Land ist fast ausschließlich auf die Landwirtschaft angewiesen.