Atomgespräche: Weitere Gespräche anberaumt

Zwischen US-Außenminister John Kerry und seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Sarif ist heute Abend doch noch ein überraschendes Treffen angesetzt worden. Zuvor hatte es geheißen, Kerry habe die Wiener Atomgespräche verlassen und werde sich nach Paris begeben.

Nach Angaben des britischen Außenministers Philip Hammond ist man bei den Atomgesprächen mit dem Iran noch weit von einer Einigung entfernt. Hammond sagte, der Iran müsse wesentlich mehr Flexibilität zeigen, dann seien auch die westlichen Staaten zu größerem Entgegenkommen bereit.

Auch Russland und die USA mahnten weitere Anstrengungen an, um die Verhandlungen bis kommenden Montag zum Abschluss bringen zu können. Beide Länder schlössen ein förmliches Ministertreffen aller Beteiligten nicht aus, sollten sich Aussichten auf Fortschritte ergeben, erklärte das russische Außenministerium nach einem Telefonat von Minister Sergej Lawrow mit seinem US-Amtskollegen Kerry.

Fristverlängerung steht im Raum

In Wien verhandelt der Iran mit den fünf UNO-Vetomächten USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China sowie Deutschland über den seit zehn Jahren schwelenden Konflikt um sein Atomprogramm. Die Sechsergruppe will erreichen, dass der Iran alles unterlässt, was zum Bau von Atomwaffen führen könnte. Teheran dagegen drängt auf eine rasche Aufhebung der Sanktionen.

Die Verhandlungen sollen bis zum 24. November abgeschlossen werden. Allerdings haben mit den Gesprächen Vertraute es als unwahrscheinlich bezeichnet, dass bis Montag eine abschließende Vereinbarung erreicht wird. Möglicherweise müsse die Frist noch einmal verlängert werden.