Kurt Tucholsky wäre 125: „Was darf Satire? Alles!“

Heute vor 125 Jahren wurde der Schriftsteller, Journalist und Satiriker Kurt Tucholsky geboren. „Ein kleiner dicker Berliner wollte mit der Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten“: So charakterisierte Erich Kästner einmal seinen Kollegen Tucholsky. Aktuell sind seine Worte „Was darf die Satire? Alles!“

Wortgewaltig stemmte sich Tucholsky, einer der meistgelesenen politisch-satirischen Autoren der Weimarer Republik, gegen den heraufziehenden Nationalsozialismus. Aber auch mit liebevollen und populären Unterhaltungsgeschichten wie „Rheinsberg - Ein Bilderbuch für Verliebte“ und „Schloss Gripsholm“ erzielte er Bestsellerauflagen.

Tucholsky starb 1935 mit nur 45 Jahren an einer Überdosis Tabletten. Ob es ein Suizid war, ist unklar. Aus dem Jahr seines Todes ist folgendes Zitat erhalten: „Wenn ich jetzt sterben müsste, würde ich sagen: ‚Das war alles?‘ Und: ‚Ich habe es nicht richtig verstanden.‘ Und: ‚Es war ein bisschen laut.‘“

„Kein Genie, aber ohne Konkurrenz“

Für Marcel Reich-Ranicki war Tucholsky „gewiss kein Genie, aber in der Geschichte der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts ohne Konkurrenz“. Der Humorist und Melancholiker, der Christian Morgenstern und Theodor Fontane bewunderte, sei der erfolgreichste Unterhaltungskünstler in der Geschichte des deutschen Journalismus, der gleichzeitig das Feuilleton politisiert habe, „eine außergewöhnliche Leistung“.

Kaspar Hauser, Peter Panter, Ignaz Wrobel, Theobald Tiger - Tucholsky schrieb unter vielen Pseudonymen. Er arbeitete für die „Weltbühne“ und den von den Nazis verfolgten Carl von Ossietzky. Mit seinen bissigen Attacken gegen Spießermuff, Dummheit und Obrigkeitsdenken, gegen Speichellecker und Mitläufer, gegen Justizwillkür und Nationalismus machte sich „Tucho“, wie ihn seine Freunde nannten, in seiner Heimat herzlich unbeliebt.

Bis heute aktuell ist der Streit, den Tucholsky mit seiner Aussage „Soldaten sind Mörder“ auslöste. Die Nazis bürgerten ihn aus und verbrannten seine Bücher.