Neue „Charlie Hebdo“-Ausgabe verärgert Muslime

Die Mohammed-Karikatur auf der Titelseite von „Charlie Hebdo“ hat in muslimischen Ländern für Kritik und Verbote gesorgt. Während die drei Millionen Exemplare der Satirezeitschrift in Frankreich gestern nach kurzer Zeit vergriffen waren, warfen islamische Institutionen dem Blatt „Provokation“ und „Beleidigung“ des Propheten vor. Im Senegal wurde die Verbreitung der Zeitschrift verboten, in der Türkei wurden Websites mit der Karikatur von der Justiz blockiert.

Das Titelblatt der ersten Ausgabe der Zeitschrift seit dem islamistischen Angriff auf die Redaktion in Paris vergangenen Mittwoch zeigte den Propheten Mohammed mit einer Träne unter der Überschrift „Alles ist verziehen“ und dem Schild „Ich bin Charlie“ („Je suis Charlie“). Der Leiter des Weltverbands der muslimischen Religionsgelehrten, der einflussreiche Prediger Jussef al-Karadawi, bezeichnete die Veröffentlichung der Karikaturen als „weder sinnvoll noch logisch noch klug“.

Erste Auflage sofort ausverkauft

An den meisten Kiosken um Paris war das Heft schon vor der Morgendämmerung ausverkauft, Menschen standen in der Hoffnung auf Restexemplare und Nachlieferungen Schlange. Sich das Magazin zu kaufen ist in Frankreich inzwischen beinahe so etwas wie Bürgerpflicht. Ein erster Blick in das aktuelle Heft zeigt, dass es vor allem - Mohammed-Cover hin oder her - ein liebevoller Abschied von den ermordeten Kollegen ist.

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