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Immer mehr Opfer

Ein großer US-Hedgefonds hat einem Medienbericht zufolge nach der überraschenden Freigabe des Franken-Kurses durch die Schweizer Notenbank (SNB) nahezu sein gesamtes Kapital verloren und wird deswegen geschlossen. Der Fonds ist freilich bei weitem nicht das einzige Opfer des Schweizer Manövers.

Der Global Fund von Everest Capital habe darauf gesetzt, dass der Franken an Wert verliert, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag. Doch das Gegenteil passierte, nachdem die Notenbank am Donnerstag den seit etwa drei Jahren geltenden Mindestkurs zum Euro abgeschafft hatte.

Der Hedgefonds-Manager Marko Dimitrijevic schließe nun seinen größten Fonds, den Global Fund von Everest Capital, berichtete Bloomberg. Der Fonds habe per Ende 2014 über ein Vermögen von etwa 830 Millionen Dollar verfügt. Everest Capital verwalte aber immer noch sieben andere Fonds mit einem Kapital von insgesamt etwa 2,2 Milliarden Dollar. Ein Everest-Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Dimitrijevic war zunächst nicht zu erreichen.

Deutsche Bank verliert Millionen

Die radikale Entscheidung der SNB beschert einem Zeitungsbericht zufolge auch der Deutschen Bank massive Verluste. Etwa 150 Millionen Dollar (130 Mio. Euro) Einbußen stünden Deutschlands größtem Geldhaus bevor, berichtete das „Wall Street Journal“ („WSJ“) am Wochenende unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Dem US-Bankenriesen Citigroup würden Verluste in gleicher Größenordnung entstehen. Auch die britische Großbank Barclays und einige Hedgefonds sollen kräftig Geld verloren haben. Die Deutsche Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

US-Broker braucht Notkredit

Als größtes Opfer der SNB-Entscheidung gilt bisher ein US-Onlinebroker für Kleinanleger, FXCM. Die Firma wurde mit einem Notkredit über 300 Millionen Dollar gerettet, nachdem die Aktie um mehr als 70 Prozent gefallen war.

Der britische Wettbewerber Alpari UK meldete sogar Insolvenz an. Die Entscheidung der Schweizer Notenbanker habe zu extremen Schwankungen und zum Austrocknen jeglicher Liquidität geführt, teilte Alpari auf seiner Website mit: „Das hat zur Folge gehabt, dass die Mehrheit der Kunden Verluste erlitt, die ihr Einlagenkapital überstiegen. Wo der Kunde diesen Verlust nicht abdecken kann, wird er an uns weitergereicht.“ Die Briten sind auch in Deutschland aktiv.

Insolvenz in Neuseeland

Der kleine neuseeländische Devisenhändler Global Brokers hatte schon kurz nach dem Beschluss der SNB sein Geschäft eingestellt. Global Brokers hatte von ähnlichen Liquiditätsproblemen und Verlusten der Kunden berichtet. Das Kapital der Firma sei aufgefressen, womit man nicht mehr den Anforderungen der Finanzaufsicht genüge, so die Neuseeländer. Geschäftsführer David Johnson entschuldigte sich bei seinen Kunden, versicherte aber, dass die Einlagen sicher seien.

Die SNB hatte am Donnerstag völlig überraschend die Wechselkursbindung des Franken an den Euro aufgehoben. Die Schweizer Währung sprang zwischenzeitlich um etwa 30 Prozent nach oben. Der Devisenmarkt wurde völlig auf dem falschen Fuß erwischt. Analysten sprachen von Panik und Chaos unter Anlegern.

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