Ukraine: Rebellenangriff auf Dutzende Städte und Orte

Im Osten der Ukraine haben Rebellen Regierungsangaben zufolge 55 Städte und Ortschaften angegriffen. Dies sei allein in den vergangenen 24 Stunden geschehen, sagte ein Militärsprecher heute. Dabei seien drei weitere Soldaten getötet und 15 verletzt worden.

Das ukrainische Parlament hatte Russland gestern offiziell als Aggressorstaat eingestuft. Wegen der Eskalation im Ukraine-Konflikt hat die Europäische Union mittlerweile ihren Druck auf die russische Regierung verschärft. Diplomaten zufolge werden die EU-Außenminister bei ihrem Krisentreffen morgen voraussichtlich neue Sanktionen gegen Russland vereinbaren.

Die Gefechte mit pro-russischen Rebellen im Osten des Landes sind inzwischen so heftig wie seit der Vereinbarung einer Waffenruhe im September nicht mehr. Die Aufständischen haben eine Offensive gegen die Stadt Mariupol eingeleitet. Russland weist Vorwürfe der NATO zurück, es unterstütze die Rebellen mit modernem Kriegsgerät wie Drohnen und Raketenwerfern.

Merkel und Obama sagen neue Finanzhilfen zu

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama haben die Bedeutung weiterer Finanzhilfen für die Ukraine hervorgehoben.

Beide Politiker seien sich einig, dass die baldige Bereitstellung eines entsprechenden Hilfspakets zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Krisenlandes wichtig sei, teilte das Weiße Haus heute nach einem Telefonat von Obama und Merkel mit.

Kritik an Moskau

Die neuen Kredithilfen werden derzeit vom Internationalen Währungsfonds (IWF) vorbereitet. Merkel und Obama hätten ihre Besorgnis über die deutlich zugenommene Gewalt in der Ostukraine und Russlands materielle Unterstützung für die Separatisten ausgedrückt, hieß es weiter. Moskau halte sich nicht an seine Zusagen im Minsker Friedensabkommen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bat seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin inzwischen in einem Brief um die Freilassung der ukrainischen Militärpilotin und Parlamentsabgeordneten Nadija Sawtschenko. Die 33-Jährige war im Juni 2014 von Separatisten in der Ostukraine gefangen genommen und nach Russland geschickt worden. Dort befindet sie sich zurzeit im Gefängnis im Hungerstreik.