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Auszeichnung auch für Pharrell Williams

Die Grammys 2015 sind am Sonntag ganz im Zeichen des britischen Newcomers Sam Smith gestanden. Er wurde gleich viermal ausgezeichnet - für das beste Popalbum („In the Lonely Hour“), das beste Lied und die beste Aufnahme (jeweils „Stay with me“) sowie als bester Newcomer. Die Grammys gelten als die wichtigsten Musikpreise der Welt.

„Oh Gott, jetzt muss ich mich anstrengen und etwas sagen, ohne zu weinen: Danke“, sagte Smith bei der Übernahme der begehrten Musiktrophäe im L.A. Staples Center. „Das ist der beste Abend meines Lebens.“ Der 22-Jährige, der mit seinem Soulhit „Stay with me“ die Charts gestürmt hatte, setzte sich unter anderen gegen die australische Rapperin Iggy Azalea durch.

Vor dieser Albumaufnahme habe er alles dafür getan, dass seine Musik gehört werde, so Smith: „Ich versuchte abzunehmen, ich machte schreckliche Musik. Aber erst als ich begann, ich selbst zu sein, begann die Musik zu fließen - und die Leute begannen zuzuhören.“ Nominiert war Smith in insgesamt sechs Kategorien - wie auch Beyonce und Pharrell Williams. Über die Sieger bei den Grammys entschieden rund 13.000 Musikexperten aus der Branche.

Williams ist „happy“

Williams holte sich zwei Grammys für seinen Hit „Happy" für das beste Musikvideo und die beste Pop-Solodarbietung“. Für seine Platte „Girl“ wurde er in der Kategorie „Bestes Urban-Contemporary-Album“ ausgezeichnet. Williams performte mit „Happy“ bei den Grammys als Hotelpage in Anlehnung an den Film „Grand Budapest Hotel“.

Pharrell Williams tritt bei den Grammy Awards auf

APA/AP/Invision/John Shearer

Zwei Grammys gab es auch für Pharrell Williams’ Hit „Happy“

Für eine Überraschung sorgte heuer der US-Musiker Beck. Vor 22 Jahren wurde er mit dem Song „Loser“ berühmt. Am Sonntag wurde er nun für „Morning Phase“ mit dem Grammy für das beste Album geehrt und konnte damit ein Comeback feiern. In „Morning Phase“ setzt sich der 44-jährige Beck mit dem Ende einer Liebesbeziehung auseinander. Sichtlich bewegt dankte er „allen, die bei dieser Platte mitgemacht haben“. Das Album wurde fast komplett zu Hause aufgenommen, so Beck: „Ich möchte mich also bei meinen Kindern bedanken, die wir immer wach gehalten haben.“

Kanye West mit Entscheidung unzufrieden

Rapper Kanye West (37, „Yeezus“) war mit der Entscheidung für Beck unzufrieden. Als dieser seinen Grammy entgegennehmen wollte, sprang West von seinem Platz auf, lief zur Bühne - setzte sich dann aber wortlos wieder. Nach der Gala sagte West dann dem US-Portal „E-News": "Beck muss Kunst respektieren und er sollte seinen Award Beyonce geben.“ Schon vor mehreren Jahren hatte der Rapper bei den MTV Video Awards eine Dankesrede von Popstar Taylor Swift unterbrochen. Auch damals war er der Meinung, dass seine R&B-Kollegin Beyonce den Preis mehr verdient hätte.

Beck stach jedenfalls mit seinem Grammy Smith, den Hauptgewinner des Abends, und Beyonce aus, die ebenfalls als Favoriten in dieser Kategorie gegolten hatten. Die R&B-Sängerin wurde für das mit ihrem Ehemann Jay-Z gesungene Duett „Drunk in Love“ ausgezeichnet - für den besten R&B-Song und die beste R&B-Performance. Die Platte „Beyonce“ galt zudem als bestes Raumklangalbum. Die goldenen Grammophone werden in mehr als 80 Sparten vergeben.

Von AC/DC bis Madonna

Begleitet wurden die 57. Grammy-Verleihungen von einem großen Staraufgebot. Auf der Bühne machten die australischen Hardrocker von AC/DC den Anfang. Auch Beyonce, Madonna, Lady Gaga, Katy Perry, Rihanna, Kanye West und Ex-Beatle Paul McCartney traten auf. Auf dem roten Teppich tummelten sich prominente Gäste wie Kim Kardashian, Nicole Kidman, Miley Cyrus, Paris Hilton und Taylor Swift.

Sängerin Katy Perry

Reuters/Mario Anzuoni

Katy Perry mit lila Haarfarbe und Nasenring bei der Grammy-Verleihung

Der Abend endete mit dem Spiritual „Precious Lord, Take My Hand“, gesungen von Beyonce. Diese Wahl hatte im Vorfeld der Grammys für Wirbel gesorgt. Hatte doch ursprünglich die R&B-Sängerin Ledisi diesen Song in dem Film „Selma“ gesungen. Fans zeigten sich verärgert über die Wahl Beyonces für den Grammy-Auftritt. Ledisi gab zu, „ein wenig enttäuscht“ zu sein. Aber sie verstehe, dass die Wahl auf Beyonce gefallen sei.

Obama sendet Videobotschaft

Den gesellschaftspolitischen Akzent setzte heuer US-Präsident Barack Obama. In einer Videobotschaft machte er auf das Problem der Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Jede fünfte Frau in den USA sei Gewaltopfer. „Das ist nicht in Ordnung - und es muss aufhören“, sagte Obama. Er rief die Zuseher auf, ihre Unterstützung für die Anti-Gewalt-Kampagne auf der Website ItsOnUs.org („Es liegt an uns“) zu bekunden.

Eine von häuslicher Gewalt Betroffene erzählte ihre persönliche Geschichte auf der Bühne. Im vergangenen Jahr hat bei der Grammy-Verleihung eine Massenhochzeit von über 30 hetero- und homosexuellen Paaren stattgefunden, während die Rapper Macklemore & Ryan Lewis ihren Song „Same Love“ gespielt hatten.

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