Gegen Sparprogramm: Autonome wüten im Zentrum Athens

Rund 200 Vermummte haben gestern Abend im Zentrum Athens Schaufenster eingeschlagen, Autos zerstört und Müllcontainer angezündet. Zu den Ausschreitungen kam es nach einer zunächst friedlich verlaufenen Demonstration der außerparlamentarischen Linken gegen die von der griechischen Links-Rechts-Regierung unterzeichnete Verlängerung des Sparprogramms.

Es war die erste Demonstration Autonomer nach dem Wahlsieg der Linkspartei SYRIZA unter dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras. Griechenland hatte sich am Dienstag nach wochenlangem Streit mit den Europartnern auf eine Verlängerung des eigentlich Ende Februar auslaufenden Hilfsprogramms verständigt. Um weitere Hilfsmilliarden zu bekommen, muss Athen noch weitere Prüfungen überstehen.

Estland gibt grünes Licht für Griechenland-Hilfe

Zuvor hatte Estland gestern grünes Licht für die Verlängerung des Hilfspakets für Griechenland gegeben. Das Kabinett bewilligte nach Angaben des Finanzministeriums in Tallinn die Entscheidung der Euro-Gruppe, das Programm bis Ende Juni zu verlängern.

Nun muss heute noch der Parlamentsausschuss für EU-Angelegenheiten den Weg für eine Verlängerung frei machen. Größere Widerstände seien nicht zu erwarten, hieß es aus Parlamentskreisen.

Niedrigste Schuldenquote in Europa

Estland gilt als Haushaltsmusterschüler der EU und der Euro-Zone. Mit 10,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts besitzt das baltische Land nach Angaben von Eurostat die niedrigste Schuldenquote in Europa. In Griechenland liegt sie bei 176 Prozent.