Türkei und USA beginnen mit Ausbildung syrischer Rebellen

Die Türkei und die USA beginnen am Sonntag mit ihrem gemeinsamen Ausbildungsprogramm für eine neue Einheit gemäßigter syrischer Rebellen. Das sagte der türkische Außenamtssprecher Tanju Bilgic heute, wie die offizielle türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Beide Länder hatten sich kürzlich auf ein Ausbildungsprogramm geeinigt, das auch die militärische Ausstattung der Rebellen beinhaltet. Ähnliche Projekte planen die USA mit mehreren arabischen Staaten. Insgesamt sollen in den kommenden drei Jahren rund 15.000 Kämpfer ausgebildet werden.

Uneinigkeit über Hauptziel

In der Türkei findet die Ausbildung der syrischen Rebellen im zentralanatolischen Kirsehir statt. Bisher wurden nach US-Angaben rund 1.200 syrische Kämpfer für die Ausbildung ausgesucht. Die USA entsenden eigens Ausbildner für das Programm.

Mit der Aufstellung der neuen Rebellenverbände reagieren die USA und ihre Verbündeten auf die Rückschläge für die gemäßigte Rebellentruppe Freie Syrische Armee (FSA). Trotz der Einigung auf das Ausbildungsprogramm sind USA und Türkei nach wie vor uneins, ob die neue Truppe vor allem gegen die syrische Regieung kämpfen soll, wie Ankara das fordert, oder primär gegen die Terrormiliiz (IS) ins Feld ziehen wird, was die USA befürworten.

UNO kann in Syrien Eingeschlossenen nicht helfen

Die Vereinten Nationen (UNO) warnten unterdessen, mit ihrer Lebensmittelhilfe praktisch nicht mehr zu den Eingeschlossenen in Syrien vordringen zu können. Von den 212.000 Belagerten hätten nur 304 Menschen im Jänner mit Nahrungsmitteln versorgt werden können, sagte Kyung Wha Kang vom UNO-Nothilfebüro gestern (Ortszeit) vor dem UNO-Sicherheitsrat in New York.

Lediglich in Jarmuk bei Damaskus seien die wenigen hundert Notleidenden erreicht worden. Insgesamt würden allein dort aber 18.000 Menschen Hilfe brauchen.

Keine Rücksicht auf Zivilisten

„Die Konfliktparteien töten weiter Zivilisten, greifen Zivilisten gezielt an und zerstören die Infrastruktur von Zivilisten“, sagte die Südkoreanerin. „Das schließt lebenswichtige Dinge wie Wasser und Elektrizität ein, die in Missachtung von UNO-Resolution 2.139 und den Menschenrechten zerstört werden.“

„Jeden Monat melden wir die gleichen Vergehen. Die Zahlen ändern sich, die Taten nicht. Die Konfliktparteien begehen weiter straflos: Morde und Entführungen von Zivilisten, Blockaden, Diebstahl lebenswichtiger Dinge von Hilfstransporten. Dieses System muss durchbrochen werden“, sagte Kang. Vor allem müssten die Belagerungen, unter denen über 200.000 Menschen litten, sofort beendet werden.