Ukraine: Toter und Verletzter bei Bruch der Waffenruhe

Bei neuen Verstößen gegen die in der Ostukraine geltende Waffenruhe sind ein Kämpfer einer regierungsnahen Miliz getötet und ein Soldat verletzt worden. Der Kämpfer sei in der Nähe des völlig zerstörten Flughafens von Donezk getötet worden, teilte die Miliz Dnipro-1 gestern mit.

Es war das erste Todesopfer auf Regierungsseite seit vier Tagen. Zudem wurde nach Angaben der Armee ein Soldat am Wochenende verletzt. Wo das geschah, wurde nicht mitgeteilt. In der Gegend um den Flughafen von Donezk wird immer wieder gegen die Waffenruhe verstoßen. Auch an anderen Orten kommt es immer wieder zu sporadischen Gefechten.

Putin wollte Alarmbereitschaft für Atomarsenal

Russland war während des Konflikts um die ukrainische Halbinsel Krim vor einem Jahr kurz davor, sein Atomwaffenarsenal für den Fall eines Militärangriffs des Westens in Alarmbereitschaft zu versetzen. Das sagte der russische Präsident Wladimir Putin in Äußerungen, die gestern Abend im russischen Fernsehsender Rossija 1 schriftlich gezeigt wurden.

Die russische Führung sei bereit gewesen, sich der „schlimmsten Wendung zu stellen, welche die Ereignisse hätten nehmen können“, hieß es. Die russischen Streitkräfte hatten laut Putin damals auf der Krim Raketenabwehrsysteme vom Typ „Bastion“ positioniert, die im Falle eines Angriffs durch ein US-Kriegsschiff im Schwarzen Meer einsatzbereit gewesen wären.

„Blutbad verhindert“

Es sei unklar gewesen, ob der Westen militärisch in den Konflikt eingreifen würde. Er habe die Haltung Russlands, wonach die Krim „historisches Gebiet“ Russlands sei und dort Russen lebten, seinen westlichen Kollegen mitgeteilt, sagte Putin weiter. „Das war eine ehrliche und offene Haltung. Und ich glaube, niemand wollte einen Weltkrieg auslösen.“

Die Äußerungen wurden vor der Ausstrahlung eines Dokumentarfilms über die Annexion der Krim durch Russland gezeigt. In der Fernsehsendung wurde Putin mit den Worten zitiert, die Entsendung russischer Soldaten habe auf der Krim ein „Blutbad“ verhindert. „Wir waren gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass die Bewohner der Krim ihren Willen frei ausdrücken können.“

Er sei sich sicher, dass sich ohne dieses Vorgehen „ein ähnliches Szenario abgespielt“ hätte „wie heute im Donbass“ in der Ostukraine, so Putin weiter. Dort wurden bei Kämpfen zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Soldaten seit April 2014 fast 6.000 Menschen getötet.