„Neue Türkei-Hymne“ preist Erdogan als „unseren Anführer“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist mit einer von einer osmanischen Militärkapelle gespielten „Neuen Türkei-Hymne“ bei einer Feier in Ankara als „unser Anführer“ willkommen geheißen worden.

Das berichtete die Zeitung „Hürriyet“ am Wochenende. Während der feierlichen Einweihung eines „Strategischen Forschungszentrums“ erklang im Beisein Erdogans die vom Ex-Politiker Hasan Celal Güzel komponierte Hymne. In Anlehnung an ihren Text erklärte der Präsident: „Der Kampf für die neue Türkei ist unser roter Apfel.“

Der „rote Apfel“ („Kizil Elma“) galt im Osmanischen Reich als Symbol imperialer Bestrebungen und später als Sinnbild von auf Zentralasien ausgerichteten pantürkischen Ambitionen (Turanismus).

Vom Hunnenkönig bis zu Erdogan

In der Hymne wird Erdogan als „unser Anführer“ („Liderimiz“) gepriesen. Dann werden historische Figuren wie Attila der Hunnenkönig, Reichsgründer Osman, Mehmed II. (der Eroberer Konstantinopels), Selim I. (der die Aleviten verfolgte), Süleyman der Prächtige (er belagerte 1529 Wien) und Republiksgründer Mustafa Kemal Atatürk genannt sowie weitere türkische Staatsmänner.

„Die türkische Nation steht loyal zu Dir, Erdogan, dem letzten Ring in der goldenen Kette“, heißt es weiter. Zudem wird gelobt, das von Erdogan angestrebte Präsidialsystem voll zu unterstützen, „immer mit der Kraft Allahs“.