Tschechien baut Sperre gegen deutschen Ökostrom

Tschechien hat mit dem Bau von Transformatoren begonnen, um unerwünschten Strom aus deutschen Windkraftanlagen an der Grenze zu stoppen. Gestern wurde an einer Freileitung rund 20 Kilometer östlich von Oberwiesenthal im deutschen Erzgebirge der Grundstein gelegt, wie der tschechische Stromnetzbetreiber CEPS mitteilte.

Wegen fehlender Stromautobahnen zwischen Nord- und Süddeutschland nimmt die Elektrizität verstärkt den Umweg über Tschechien. Damit steigt aber nach Angaben von CEPS das Risiko einer Überlastung des eigenen Stromnetzes. Mit den neuen Hunderte Tonnen schweren Phasenschieber-Transformatoren könne der Stromfluss gesteuert werden.

Die Baukosten der Anlage, die 2016 in Betrieb gehen soll, belaufen sich auf mehr als 72 Mio. Euro. „Ein Blackout käme weit teurer zu stehen“, sagte CEPS-Leiter Vladimir Tosovsky.