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Neue Mietverträge kommen teuer

Dass die Mieten in den vergangenen fünf Jahren deutlich teurer geworden sind, haben viele Wohnungssuchende am eigenen Leib gespürt. Die Statistik Austria untermauerte die Entwicklung nun mit Zahlen: Die Bruttomieten stiegen zwischen 2010 und 2014 um satte 15 Prozent, bei Privatwohnungen sogar um 18 Prozent.

Bei Nettomieten (ohne Betriebskosten) fiel der Anstieg im Durchschnitt mit knapp 17 Prozent sogar noch höher aus als bei den Bruttomieten. Am teuersten sind auch hier private Mietwohnungen, hier stiegen die Nettomietkosten um 20,9 Prozent. Insgesamt lagen die monatlichen Mietkosten im Jahr 2014 bei acht Euro pro Quadratmeter.

Hohe Schwankungsbreite

Je nach Region unterscheiden sich die Bruttomietkosten stark. So liegt die durchschnittliche Miete in Innsbruck derzeit bei 12,26 Euro/m², in Klagenfurt bei 7,3 Euro/m². In Wien liegen die Bruttomietkosten derzeit im Schnitt bei 10,75 Euro/m².

Private Wohnungen am teuersten

Allerdings gibt es große Unterschiede je nach Mietvertrag: So fiel die Kostensteigerung bei Gemeindewohnungen im selben Zeitraum mit einem Zuwachs von 13,3 Prozent auf 6,1 Euro pro Quadratmeter deutlich geringer aus. Die Kosten bei Genossenschaftswohnungen stiegen nur um 11,2 Prozent auf 6,2 Euro. Die Betriebskosten sind bei allen Mietformen ähnlich. Laut Statistik Austria schlugen sie bei Genossenschaften mit 1,8 Euro am geringsten zu Buche, Private verrechneten im Schnitt 1,9 Euro und Gemeindewohnungen 2,2 Euro - jeweils pro Quadratmeter.

Glücklich, wer schon lang eine Wohnung hat

Besonders tief in die Tasche greifen müssen Mieter, die in den letzten zwei Jahren einen neuen Mietvertrag abgeschlossen haben. Sie zahlen im Durchschnitt 7,8 Euro pro Quadratmeter. Haushalte mit Mietverträgen, die eine Vertragsdauer von mehr als 30 Jahren haben, wenden im Schnitt 4,6 Euro inklusive Betriebskosten für ihre Wohnung auf. Diese Unterschiede zwischen Neu- und Altverträgen bestehen in allen Mietsegmenten, wobei die Diskrepanz bei Genossenschafts- und Gemeindewohnungen nicht so eklatant ist.

Grafik zur Entwicklung der Mietkosten

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

200.000 Haushalte haben Zahlungsschwierigkeiten

Die Wohnkosten werden für viele Haushalte zum Problem. Vier Prozent aller Privathaushalte haben Schwierigkeiten, die Miete oder den Wohnkredit abzudecken. Weitere vier Prozent können sich Betriebskosten oder Wohnnebenkosten nicht leisten. Insgesamt sind rund 200.000 Haushalte von „wohnbezogenen Zahlungsschwierigkeiten betroffen“, so die Statistik Austria.

Jeder fünfte Haushalt hat zur Anschaffung von Wohnraum einen Kredit laufen, wobei dieser Anteil bei Haushalten mit Kindern (38 Prozent) am höchsten ist. Bei Haushalten mit einer Pension als Haupteinnahmequelle ist der Anteil mit acht Prozent am niedrigsten. Von den Haushalten mit Kreditverpflichtung hatten nur drei Prozent Probleme mit der Rückzahlung von Wohnkrediten, das entspricht rund 26.000 Haushalten.

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