Juncker will Türkei schnell an EU heranführen

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will die Türkei schneller an die Europäische Union heranführen. „Mit dem EU-Türkei-Gipfel vertiefen wir die Partnerschaft mit einem unserer wichtigsten Nachbarn - und das nicht nur, weil wir einander gerade brauchen, sondern auch, weil wir gemeinsam mehr erreichen wollen“, sagte Juncker der Zeitung „Bild am Sonntag“ laut Vorausbericht.

Die Türkei verdiene „nicht nur unseren Respekt, sondern auch unsere Unterstützung“, so Juncker vor dem EU-Türkei-Gipfel zur Flüchtlingskrise an diesem Sonntag in Brüssel.

Die Türkei ist seit 1999 Beitrittskandidat der EU. Lange Zeit war wenig Bewegung in den Beitrittsverhandlungen. Die Flüchtlingskrise könnte das jetzt ändern. „Wir wollen die Zusammenarbeit mit der Türkei auch über die akute Flüchtlingskrise hinaus vertiefen. Wenn wir in wirtschaftlichen Fragen, bei Energie, Justiz und Menschenrechten die Türkei unterstützen, die europäischen Standards schneller zu erfüllen, dann profitieren wir alle davon“, sagte Juncker.

Kritik an der Türkei kommt vor dem Gipfel von den deutschen Grünen und der FDP. Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) sagte der Zeitung über die Politik von Präsident Recep Tayyip Erdogan: „Die Pressefreiheit wird hinter Gitter gesperrt. Zu dieser Entdemokratisierung zu schweigen, wäre auch in unserem Interesse dramatisch gefährlich.“ FDP-Chef Christian Lindner sagte: „Die Türkei wird zwar als Partner gebraucht, aber Erdogan darf das nicht als Narrenfreiheit missverstehen.“