Polen und Ukraine verurteilen Pläne für Ostsee-Gasleitung

Polens Präsident Andrzej Duda und sein ukrainischer Amtskollege Petro Poroschenko haben den geplanten Ausbau der Gasleitung „Nord Stream“ durch die Ostsee verurteilt. „Wir lehnen Nord Stream 2 eindeutig ab“, sagte Duda heute in Kiew.

Das Projekt gefährde die Energiesicherheit beider Länder, so Poroschenko. Die Gaspipeline soll weitere 35 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas durch die Ostsee direkt nach Deutschland bringen. Der Ukraine, Polen und der Slowakei droht der Verlust von Transiteinnahmen.

Demonstrative Einigkeit

Polen sagte der Ukraine einen Kredit von knapp einer Milliarde Euro zur Förderung des Handels zu, wie Poroschenko mitteilte. Mit Duda sprach er auch über die Umsetzung des Friedensplans im Konflikt mit den prorussischen Separatisten in der Ostukraine.

„Die Geschichte lehrt uns, dass ein Dritter den Sieg davonträgt, wenn die Ukraine und Polen sich streiten“, betonte Poroschenko mit Blick auf Russland. Er dankte Polen für Hilfe bei der Behandlung verwundeter Soldaten.

Duda sicherte zu, dass Polen für die Verlängerung der Sanktionen gegen Moskau eintreten werde. Diese waren nach der russischen Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim verhängt und wegen der Eskalation des Krieges in der Ostukraine verschärft worden.