Portugal muss zweite Bank seit 2014 retten

Portugal muss zum zweiten Mal binnen zwei Jahren mit Milliardenlasten für den Steuerzahler eine Bank retten. Das angeschlagene Institut Banif wird auf Staatskosten an den spanischen Finanzkonzern Santander verkauft. Dessen Tochter Totta übernimmt für 150 Mio. Euro die auf der Atlantikinsel Madeira beheimatete Bank.

Zugleich bekommt die vergleichsweise kleine Bank eine staatliche Kapitalspritze von knapp 2,3 Mrd. Euro. Die EU-Kommission genehmigte den Schritt. „Banif hat bereits viele Staatshilfen bekommen und ist aus eigener Kraft nicht existenzfähig“, erklärte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager.

Steuerzahler muss einspringen

Der neue sozialistische Ministerpräsident Antonio Costa sagte in einer Fernsehansprache, die Kosten für den Steuerzahler seien „sehr hoch“. 489 Mio. Euro kämen vom portugiesischen Bankenfonds, 1,77 Mrd. Euro direkt vom Staat. Es sei rechtlich aber die einzige Möglichkeit, Bankkunden zu schützen und die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten.

Bereits 2014 musste der Staat die Banco Espirito Santo retten - mit insgesamt 4,9 Mrd. Euro. Sie existiert unter dem neuen Namen Novo Banco weiter. Portugal hatte erst vor einem Jahr den Euro-Rettungsschirm verlassen.