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Alles Ebbe in Kanalstadt

Venedig, sonst häufig von Hochwasser heimgesucht, erlebt derzeit ungewöhnlich tiefe Pegelstände. Wie die Behörden erklärten, sank der Wasserstand bei Ebbe zeitweise um 55 Zentimeter unter Normal. Auf kleineren Kanälen habe der Verkehr eingestellt werden müssen, die Gondeln lagen im Schlamm.

Venezianische Gondeln im Schlamm

picturedesk.com/EPA/Andrea Merola

Die „Gondole“ liegen im Schlamm

Experten berichteten, dass aufgrund der Wetterprognosen der Pegel sogar bis zu 70 Zentimeter unter Normal sinken könnte. Ungewöhnliche Wetterbedingungen lassen den Wasserstand in der Lagunenstadt seit Tagen bei Ebbe so stark absinken. Bis Neujahr seien keine Niederschläge vorgesehen, teilten Wetterexperten mit.

„Vaporetti“-Ein- und Ausstieg schwierig

Venedigs öffentliche Verkehrsmittel wie Wassertaxis und „Vaporetti“ müssen zum Teil große Umwege in Kauf nehmen, um ihren Betrieb fortsetzen zu können. Vor allem das Ein- und Aussteigen der Passagiere sei wegen des niedrigen Wasserpegels problematisch, hieß es. Die großen Kanäle seien jedoch befahrbar.

Wegen mangelnder Regenfälle ist auch der Pegel der großen norditalienischen Seen stark gesunken. Umweltschützer warnten vor den Folgen für das Ökosystem der Seen. Auch in den norditalienischen Regionen, durch die der 652 Kilometer lange Fluss Po fließt, herrscht bereits seit Wochen Sorge wegen Wassermangels. Der Pegel des längsten Flusses Italiens liegt drei Meter unter dem Niveau des Dezembers 2014, teilte der Landwirtschaftsverband Coldiretti mit. Eine Reihe von Flüssen, die in den Po münden, haben wegen ausgebliebener Niederschläge gravierende Wasserprobleme.

Venezianische Gondeln im Schlamm

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Auch auf dem Markusplatz sieht man den geringen Pegelstand

Mailand: Fahrverbot wegen Smogs

Indes leiden auch mehrere italienische Städte ob des Wetters unter Smog und Feinstaub. Einige von ihnen erließen Sondermaßnahmen gegen den zunehmenden Smog. Bis Mittwoch gilt etwa in Mailand von 10.00 bis 16.00 Uhr ein Fahrverbot für Privatautos. Die öffentlichen Verkehrsmittel wurden verstärkt.

Um die Bürger zur vermehrten Nutzung von Bim, Bus und Bahn zu motivieren, wurde ein sogenanntes Anti-Smog-Ticket eingeführt. Um 1,50 Euro können alle „Öffis“ benutzt werden. Eine ähnliche, „Ecobit“ genannte Fahrkarte gibt es auch in Rom.

Gerade und ungerade Kennzeichen

Wegen des Smogs durften am Montag in der Ewigen Stadt Autos mit einer ungeraden Endziffer des Kennzeichens zu den Stoßzeiten nicht fahren. Am Dienstag mussten dann Kfz mit geraden Ziffern stehen bleiben. Eine ähnliche Maßnahme ergreift in den nächsten zwei Tagen auch die lombardische Stadt Bergamo.

„Die Einschränkung des Privatverkehrs ist eine schmerzhafte, aber notwendige Maßnahme. Jeder muss ein Opfer bringen“, sagte Mailands Bürgermeister Giuliano Pisapia. Seine Maßnahmen wurde von den Umweltschutzorganisationen begrüßt. Autofahrerverbände kritisierten dagegen die Initiative: „Es gibt andere Wege, um die Luftverschmutzung zu bekämpfen.“

Italiens Großstädte mobilisieren gegen Luftverschmutzung

In der Wirtschaftsmetropole Mailand gilt ein dreitägiges Fahrverbot, in Rom dürfen nur Autos mit ungeraden Kennzeichen zur Stoßzeit fahren.

Gipfel soll Smog meistern

Umweltminister Gian Luca Galletti will am Mittwoch die Bürgermeister der Metropolen und die Präsidenten der Regionen treffen, um weitere Maßnahmen gegen den Smog zu diskutieren. 35 Millionen Euro will die Regierung zur Förderung umweltfreundlicher Fahrzeuge zur Verfügung stellen. In den Gemeinden werden für Anti-Smog-Maßnahmen Finanzierungen lockergemacht.

Madonnenstatue auf der Spitze des Mailänder Doms im Smog

APA/AFP/Marco Bertorello

Der Smog hält sich hartnäckig in Mailand

In Italien ist die Luftverschmutzung seit Wochen extrem. Die hohe Feinstaubkonzentration ist unter anderem auf das ungewöhnlich warme und sonnige Wetter sowie auf zu wenig Regen und Wind zurückzuführen. Der Norden Italiens mit der Po-Ebene leidet am stärksten unter der Smogbelastung. In einigen Gegenden im Nordwesten hat es schon seit mehr als zwei Monaten nicht mehr geregnet.

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