Mitterlehner: OMV in österreichischer Verantwortung halten

Der Tausch von Assets der OMV und der russischen Gasprom hat Sorgen vor einem Verlust systemrelevanter Infrastruktur ans Ausland befeuert. Die frühere ÖIAG-Aufsichtsrätin und jetzige ÖBB-Aufsichtsratschefin Brigitte Ederer warnte vor einem „schleichenden Ausverkauf“ der OMV. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) will die OMV weiter in österreichischer Verantwortung sehen.

In einem Interview im „Neuen Volksblatt“ (Mittwoch-Ausgabe) äußert sich Mitterlehner zu bevorstehenden Richtungsentscheidungen bei der OMV, auch nach den Entschlüssen der Klimakonferenz.

Klimaziele „schwierige Angelegenheit“

Die Klimakonferenz und der Ausstieg aus dem fossilen Bereich sei „natürlich eine schwierige Angelegenheit für Österreich, hier geht es um Tausende Arbeitsplätze. Wir arbeiten derzeit an einer integrierten Klima- und Energiestrategie und werden sicherlich auch auf das Unternehmen Rücksicht nehmen“, so der Wirtschaftsminister mit Blick auf den heimischen Energiekonzern. Gerade Erdgas sei ja auch ein Brückenenergieträger für den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energieträger.

Schelte an Ederer

„Sehr verwundert“ gab sich der Wirtschaftsminister und ÖVP-Vizekanzler, „wenn die Aufsichtsratsvorsitzende eines verstaatlichten Unternehmen, nämlich den ÖBB, über ein anderes börsennotiertes Unternehmen derartige Aussagen in der Öffentlichkeit trifft. Das ist unüblich, kann dem Unternehmen und seiner weiteren Entwicklung schaden.“ Das gehöre intern diskutiert. Dieses Vorgehen sei „absolut unpassend“.

Die Zusammenarbeit mit der Gasprom sei ja „nichts Neues; ob ich jetzt in der Ukraine abhängig bin oder im Bereich Nord Stream eine Abhängigkeit gegeben ist, ist grundsätzlich keine Änderung“, findet der Minister. „Insgesamt ist das aber eine kaufmännische Frage, die von der OMV und deren Organen zu bewerten ist, und aus meiner Sicht keine politische Frage.“