Erdogan lobt Hitlers „präsidentielles System“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat das präsidentielle System Hitler-Deutschlands gelobt. Das Regime Adolf Hitlers sei beispielhaft „effizient“ gewesen, wurde Erdogan gestern in türkischen Medien zitiert.

Der Präsident war nach seinem Besuch in Saudi-Arabien gestern gefragt worden, ob ein präsidentielles Regierungssystem (in dem das Staatsoberhaupt die zentrale Macht in Händen hält und in manchen Fällen auch die Rolle des Regierungschefs innehat, Anm.) unter Beibehaltung der Einheit des Staates möglich sei.

Auf die Frage antwortete Erdogan wörtlich: „Dafür gibt es bereits Beispiele in der Welt. Sie können das sehen, wenn Sie Hitler-Deutschland anschauen. Es gibt auch spätere Beispiele in mehreren anderen Ländern.“ Erdogan strebt eine Änderung der türkischen Verfassung an, um die Macht des Staatspräsidenten radikal auszuweiten.

„Aus Zusammenhang gerissen“

Ein türkischer Regierungsvertreter versucht später, Erdogans Äußerungen zu relativieren. Die Worte Erdogans seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, sagte der Regierungsvertreter laut Reuters.

„Es gab gute und schlechte Beispiele für Präsidialsysteme und es ist wichtig, eine Gewaltenteilung einzurichten. Nazi-Deutschland, wo die angemessenen institutionellen Regelungen fehlten, war offenkundig eines der schändlichsten Beispiele in der Geschichte“, wie der Regierungsvertreter weiter sagte.