Rückschlag für Airbus: Frankreich kauft US-Militärtransporter

Wegen der Probleme mit dem europäischen Militärtransportflugzeug Airbus A400M hat sich Frankreich für den Kauf von vier Transportern C130 Hercules des US-Herstellers Lockheed-Martin entschieden. Er habe den Kauf vor wenigen Tagen abgesegnet, sagte Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian gestern beim Besuch eines Militärstützpunktes in Jordanien.

Von dort aus fliegen auch französische Kampfflugzeuge Einsätze gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Die Lieferung der C130 könnte nach Informationen aus Militärkreisen 2017 beginnen. Zuletzt hatte Airbus seine europäischen Kunden im Juli über Lieferprobleme informiert. Im Mai war ein A400M bei einem Testflug abgestürzt.

Von Pannen begleitetes Prestigeprojekt

Der Militärtransporter war für 20 Milliarden Euro für sieben europäische NATO-Staaten entwickelt worden. Die französischen Streitkräfte setzten ihn in Mali ein. Andere Käufer sind Belgien, Großbritannien, Deutschland, Luxemburg, Spanien und die Türkei. Einziger Exportkunde ist bisher Malaysia.

Beim Airbus A400M kam es mehrfach zu Verzögerungen und Kostensteigerungen. Derzeit kann Airbus noch nicht die geplanten hochmodernen Verteidigungssysteme des Flugzeugs gegen Raketen und gegnerisches Radar installieren. Die Kunden müssen sich daher für eine Standardversion entscheiden bzw. auf eine spätere Lieferung warten.